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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 223

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 223 (sequence 143)
Language
German
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Aus Briefen. 223 erst analoge Fälle in der Geschichte auffinden, um eine solche Vermuthung wahrscheinlich zu machen. Ich denke mir das Verhältniß der Aeren und den Gebrauch derselben auf folgende Weise: In Judäa hat man entweder niemals nach der Weltäre gerechnet, oder dieselbe ist durch die seleuc. Aere in Vergessenheit gerathen. Als man in einer verhältnißmäßig späten Zeit jene Aere durch Berechnung Herstellen wollte, boten die biblischen Data bis zur Rückkehr aus Babylon und die seleuc. Aere feste und sichre Anhaltepunkte; für die Zwischenzeit!dagegen fehlten die chronologischen Data und ebenso die historischen Erinnerungen einer literarisch armen Zeit, hinter welcher 3 — 400 Jahre verflossen find. Eine historisch leere Zeit wird natürlich mit nur wenigen Jahren ausgefüllt, in welchen die wenigen bekannten Ereignisse hinlänglich Platz finden. Außerhalb Judäas wurde wohl, wenigstens zuweilen, nach der Schöpfung gerechnet, wenn auch auf eine von der bei uns und ehemals in der Krim abweichende Weise. So kommt im vierten Buche Esra, welches im 2. Jahrh. schon citirt wird, und nach Ewald gegen 80 n. Ehr. verfaßt worden, die Zahl 5028 (oder 5025) vor; diese Aere kommt auch im Buche der Jubiläen und im Buche Henoch vor. Aus dem Umstand, daß in der alten Schöpfungsäre der Krim ein Plus von 151 Jahren sich findet, welche gerade jene persischen Zeiten ausfüllen, glaubte ich die p. 76 angegebenen Folgerungen machen zu können. sJch habe diese Bedenken nach ihrer ganzen Ausführlichkeit wiedergegeben, wenn sie auch für mich kein besonders wichtiges Moment enthalten. Nicht als hielte ich an den von mir gezogenen Resultaten und versuchten Erklärungen mit Zähigkeit fest; sie find für mich nichts Anderes als Vermuthungen, als Versuche Licht in eine Reihe auffallender Erscheinungen, sie in einen vernünftigen Zusammenhang mit der Geschichte zu bringen; sie müssen noch weiter der Bestätigung oder der Berichtigung entgegensehen. Hr. Prof. Chwolson aber übersieht auch jetzt noch die Nothwendigkeit, das Auffallende an den Thatsachen zu erklären; es ist nun einmal mit den angeblichen Thatsachen nicht abgethan, wenn sie nicht in einen vernünftigen geschichtlichen Verlauf einzureihen find. Fassen wir nur in Kürze die wichtigsten Punkte nochmals ins Auge: 1. Wir begegnen auf den Grabsteinen einer Aere, ״nach unserm Exile," und dieses bedeutet: nach dem assyrischen Exile, nach der Zerstörung des israelitischen Reiches. Diese Aere

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