Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 139)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 219 in den Worten: vom Ausgang der Sonne bis zu ihrem Untergang zugleich den Ursprung der richtigen Anschauung der Heiden angedeutet findet, sowie Philippson. Köhler adoptirt nun gleichfalls S. 59 diese Erklärung, widerlegt Reinke's Ansicht, der in unserem Verse noch die Lehre vom Meßopfer erblickt, und befreit dadurch noch das Gebiet der wissenschaftlichen Exegese von einem Stücke christlichen Midrasch's. Eine andere Stelle, die lange Zeit argem Mißverständniß unterworfen war, ist Cap. 2, 1—4, wo es sich um das richtige Verständniß der Wörter N1272N u. ברית handelt. Ew. übersetzt die Worte von V. 4: weil mein Bund ist mit Levi, in der Bedeutung, daß Gott um so mehr sein Gebot, enthalten in 2, 1 — 4, entbieten müsse, weil nach den alten Einrichtungen und Gesetzen (Exod. 32—34) ein engerer Bund mit den Priestern als mit den Laien bestehe, dessen Inhalt auch dies mit sich bringe, daß der eine Theil den andern immer streng an seine Pflichten erinnern oder mit der Aufhebung des Bundes drohen kann. Dieser Uebersetzung und Erklärung stimmt Reinke bei. E. Meier hingegen übersetzt: auf daß mein Bund mit Levi bestehe; Herxheimer: auf daß mein Bund mit Levi bleibe u. s. w., und gibt dazu die Erklärung: ״Nach der Bestrafung werde erkannt werden, daß diese Warnung nur bestätigt hätte, im Falle der Besserung den Bund fortbestehen zu lassen." Richtig fassen Umbreit, Bunsen und nach ihnen Köhler das Wort!וניצור auf, indem sie es mit ״Beschluß" übersetzen. Diese Stelle lautet demnach bei Umbreit: damit ihr erkennet (bei Bunsen: erfahret), daß ich an euch diesen Beschluß entsandt habe, daß er mein Bund mit Levi sei u. s. w. Köhler erläutert diese Uebersetzung folgendermaßen: den Priestern wird sich aus dem Fluche, welchen sie an sich zu erfahren bekommen, die Erkenntniß aufdrängen, daß Gott den in V. 1 re. mitgetheilten Strafbeschluß zu dem Ende Wider sie ausgehen ließ, damit dieser fortan sein Bund mit Levi sei, rxgch welchem er an Levi handeln werde, d. h. sie werden erkennnen, daß wie Gott sein Verhalten gegen Levi bisher normirt sein ließ durch die Bestimmungen seines zur Zeit des Auszugs aus Aegypten mit ihm geschlossenen Bundes, so er dasselbe fortan nur noch durch die Bestimmungen seines nunmehr gefaßten Strafbeschlusses normirt sein lassen wolle, so daß dieser Strafbeschluß gleichsam an die Stelle jenes Bundes tritt. Durch diese Deutung