Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Aus Briefen. lung der Rede kann ich nur theilweise beipflichten, indem wohl der erste Theil, die Einleitung von 1, 2—5, nicht aber das Folgende richtig abgegrenzt sein dürfte. Ebensowenig kann bei tieferem Verständniß unseres Propheten ein Zweifel darüber obwalten, ob er seine Rede auch öffentlich gesprochen habe. Mit Recht weist auch Köhler, wie neuerdings insbesondere Ohler gethan, die Ansicht de Wetters ab, welcher über den Totalcharakter der Weissagungen M/s die outrirte Behauptung aufstellt: Man fühle M. den matten, erstorbenen Geist an, der wohl versuchen, aber nicht vollenden könne und seines Stoffes nicht mächtig sei." — Ich hebe nur noch einjelne Stellen des Kommentars hervor. Im V. 11 des ersten Capitels macht M/s Auffassung des Heidenthums den Exegeten viel zu schaffen. Ewald faßt den Sinn der Stelle so auf, daß der Prophet, da viele Israeliten immer unter den Heiden blieben und besonders auch dadurch die Bekehrung der Heiden damals mit Macht anfing, diese Priester mit Recht auf die wachsende Geltung der wahren Religion auch außer den engen Grenzen Jerusalems Hinweisen konnte." Diese Ansicht theilt auch Umbreit. Aber mit Recht hält Hitzig entgegen, daß von der Ausbreitung der wahren Religion unter den Heiden zu jener Zeit nichts bekannt sei und daß M. meint, von den Heiden werde der Name des Ewigen hochgehalten. Ueberdieß sei bekannt, daß wenn Proselhten opfern wollten, sie ihre Opfer nach der mosaischen Vorschrift nach Jerusalem bringen mußten, während an unserer Stelle von Opfern und Räuchern die Rede ist, das allenthalben unter den Völkern vorkomme. Die Deutung Hitziges ist die richtigere, daß M. im pers. Zeitalter, an der Westgränze des Reiches schreibend, mit בהל בלקום allerdings zu viel sagend, die Ansicht bekennt, Ormuzd, Zeus und Andere seien nur verschiedene Namen des Einen höchsten Gottes." Mit dieser Auffassung begegnet Hitzig den meisten rationellen Exegeten des jüdischen Mittelalters. Sogar schon im Midrasch Tanchuma (P. Ekeb) wird diese Stelle mit der frappanten Anwendung citirt: שדאובלות עוטזין במצות שלא ה£בטוו יותר בלכם ודם בלגדילים שבלי יותר בלכם שנ' כי בלבלזרח שבלש עד בלבואו גדול שבלי בגוים. Joseph Kimchi gibt die einfache und deutliche Erklärung: אעם שדם בלקטירים ובלגישים לעבודד זרד דעתם לשבלי. Diese Auffassung theilt auch Maimoni (21. N. I, 36• 21. T. Lehre vom Götzendienst I, 5), Efodi (Maase Efod S. 159) der zu וכלנדזד טדורד kurz bemerkt: בבלחשבת בלקריביד und Abrabanel, der