Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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212 Aus Briefen. feiten des Textes sind in einer besondern Rubrik bezeichnet und der Kommentar sucht sie furz und bündig zu lösen, ganz gegen die Schreibweise polnischer Autoren. Ein besonderes Gewicht legt er in seiner Exegese auf die Erklärung der vorkommenden Shnonymen und auf die verschiedenen VerbindungsparLikeln der Zeit- Wörter. So erklärt er z. B. die S. עבוד und ע';תבואח sei die alte Frucht — ת' ,עבר die neue Frucht — צפן ,בוא — verstecken, טמן — zudecken. Josua 2, 4 stehe deshalb ותצפהו in der Einheit, weil Rahab in der ersten Ueberraschung der königlichen Sendboten die Kundschafter schnell ihren Augen entziehen wollte, jeden Einzelnen, so gut es ging, versteckte, kurz nach Entfernung der Boten vergrub sie beide zu ihrer größern Sicherheit unter den Flachsstengeln. קדא את unterscheidet er von ...ק׳ ל (Richter 10, 5), jenes werde gebraucht bei einem noch uubenannten Ort, dieses bei einem noch hinzugefügten Namen, was aber doch nicht immer zutrifft, v. 1 Sam. 23, 29. Seine Exegese äst einfach und nüchtern, wo kein thalmudisches Hirngespinst zu verweben ist, so namentlich bei der geographischen Grenzbestimmung Palästinas; wo er aber eine thalmudische Handhabe findet, so greift er darnach, selbst wenn der natürliche Schriftsinn sie entbehrlich macht. In das einfache Zwiegespräch zwischen Jiftach und seiner Tochter (R. 11, 36) zwängt er daher auch eine Controverse ein, ob Jiftachs Gelübde nicht durch eine Hinterthüre (פתח חדטח) hinausgewiesen und aufgelöst werden könne. Wenn Simson, der jüdische Herkules, auf seinem Wege nach Thimnath einen Löwen zerriß, ohne daß seine Eltern, die doch mit ihm gingen (14, 5. 6) Kenntniß davon hatten, so habe dies seinen Grund, weil S. als Nasir dem geraden Weg, der durch einen Weinberg führte, auszuweichen suchte und.'sich daher bei dem Löwenkampf allein befand, daher das thalm. Sprichwort: Man sagt zum Nasir, mache lieber Umwege, nur nähere dich keinem Weinberge. Die biblischen Wunder durch eine rationelle Beimischung zu neutralisiren oder wenigstens abzuschwächew, dies kann man von Malbim so wenig verlangen, als daß er aus Nacht Tag machen sollte; wenigstens durfte man aber verlangen, daß er der Schrift nicht neue Wunder aufbürde, wo das Natürliche ausreicht, was er sich bei Jael zu Schuld kommen ließ. Dieses kühne Weib soll nämlich nicht die Kraft besessen haben, den Zeltnagel durch die Schläfe bis in die Erde zu schlagen (R. 4, 21), sondern der