Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Malbim 1× ep/1002711
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Aus Briefen. 211 Aus einem Schreiben des Hrn. K, Sie haben Ihr Bedauern geäußert, daß unter den zahlreichen Schriften, die Sie im verflossenen Jahr in Ihrer Zeitschrift besprochen haben, sich keine von den Trägern der orthod. Richtung befände, was den Verdacht erregen könnte, daß Sie etwa aus Partheirücksichten, selbst auf dem neutralen Boden der Wissenschaft, Ihre Anerkennung den wissenschaftlichen Bestrebungen der gegnerischen Richtung versagen oder wenigstens sie ignoriren. Dieser Verdacht, v. F., wäre allerdings gerechtfertigt, wenn in der That der wissenschaftliche Boden von jener Richtung so gepflegt worden wäre, wie ihr unausgesetztes Streben mit aller Geisteskraft der cultuellen und religiösen Entwickelung entgegenzutreten. Da dies nun nicht der Fall ist, so müssen natürlich die kritischen Kämpfe nur in Freundesland geführt werden, wenn man nicht von den Verkehrstraßen längst zu Grabe geläutete polemische Objekte aufsuchen wollte. Besonders ist es die Orthodoxie in dem Lande der Denker, welche von dem geistigen Material der Neuzeit, aus Furcht vor religiösen Conflicten, durchaus keine Notiz nimmt. Die h. Schrift wird daher von ihr noch immer als ein einheitliches Ganze schöpferischen Ursprungs verstanden und gelehrt-, der Wunderglaube behalt sein supernaturalistisches Gepräge des Thatsächlichen, wie zur Zeit wo man noch keinen Anstand fand, wenn Schlangen reden und Esel sprechen und der Autorität- und Traditionsschwindel wird bis auf die jüngsten Epigonen der Halachisten ausgedehnt. Selbst der Fortschritt in der hebr. Sprachwissenschaft, der selbst der Orthodoxie nicht fremd bleiben konnte, ist ihr nur ein Rückschreiten auf Umwegen und sie nimmt daher auch, um die hebr. Sprache als die Ursprache der Menschheit darzustellen, bei den sprachlichen Worterklärungen keine Rücksicht auf die verwandten Dialekte, dagegen aber legt sie das meiste Gewicht auf Lautähnlichkeit, weshalb die fernliegendsten Stämme oft als die nächsten Verwandten herbeigezogen werden. Von diesem Erbfehler der Hamburger Schule hielt sich der geniale Malbim fern. Sie kennen denselben bereits durch seinen Commentar zu Sifra, in dem er 613 gram, und syntakt. Regeln aufstellte, welche der halachischen Exegese zu Grund liegen sollten. Dessen Commentar zur Bibel wird nun auch in Warschau gedruckt und die Bücher Josua und Richter liegen mir vor. Die Schwierig- 14*