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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 209

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 209 (sequence 129)
Language
German
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Aus Briefen. 209 Meinung der Rabbinen (Aller? wo bleibt da der Streit,des Rabbi Elieser und Rabbi Jehoschua in Rosch Haschana Babli?) Gott die Welt ins Dasein rief, daher (sie! ) man seit uralter Zeit mit dem ersten Tage des siebenten Monats das Jahr begann und weswegen dieser Monat Jerach Haetanim genannt wird, das ist der Monat, wo die festen Stützen der Welt geschaffen wurden," Soll man lachen oder sich ärgern über solche Bornirtheit und wissenschaftliche Oberflächlichkeit? Was ist von einem Manne zu halten, welcher, in dieser Weise fortfahrend, sagt/״ ׳dieses Blasen — mit dem Schofar — solle auf den Anfang des Jahres und — — hauptsächlich aber, wie die heilige Schrift sagt, darauf aufmerksam machen, daß jedes israelitische Herz dem Schöpfer des Himmels und der Erde entgegenschlage." Duschak muß Wohl eine andere heil. Schrift besitzen als wir, denn in der unsrigen ist von / dem Allen Nichts zu sehen. — Dem entsprechend, nur noch mit einer Steigerung im süßfrömmelnden, unkritischen Tone, ist dann auch der Sermon über das Versöhnüngsfest ein Gebräu aus Predigt, Geschichte und Mystik gemischt. Von der so lehrreichen, die innere Entwicklungsfähigkeit des Judenthums bezeugenden Geschichte dieses Festes und seines Cultus, von dem Zusammenhänge dieser Entwicklung zu einer allgemeinen Form, was sie ursprünglich weniger war, mit der prophetischen Lehre von der innern Sittlichkeit, von der Nothwendigkeit der Selbstversöhnung und nicht blos durch Priester und Opfer — von dem Allen keine Spur; doch ja, der Streit, der bekannte, der Pharisäer und Sadducäer wegen des Räucherwerkes kömmt zur Sprache und daran wird ein Stück Mystik ״die Rauchwolke soll daran erinnern, daß der Mensch von der Offenbarung Gottes durch einen Wolkenschleier getrennt ist u. s. w." — geknüpft, im Uebrigen die ganze spät thalmudische Darstellung, wie der Hohepriester von Abgeordneten des Beth-Din beschworen wurde, nicht abzuweichen von dem, was sie ihn lehren, nicht sadducäisch zu verfahren und welche Worte sie da sprachen — diese ganze, gewiß spät gefärbte Darstellung wird für bare Geschichts- Münze ausgegeben. Ich denke, Du hast an diesen Beispielen übergenug; aber ich wünsche, Du möchtest Gelegenheit nehmen, ein solches Machwerk der Welt zu. kennzeichnen, um eine wahrhaft wissenschaftliche Darstellung der Geschichte unseres Cultutz anzubahnen. Bieitcfjahrcsschrift T. 2 u. 3, 14

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