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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 205

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 205 (sequence 125)
Language
German
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Aus Briefen. 205 הגיון Wohl mit ״Logik" erklärt. Bekanntlich aber ist das Wort in diesem Sinne erst von den Juden unter den Arabern angewendet worden, und war Hai Gaon der erste, der diese Bedeutung auf den in Rede stehenden Satz Elieser's übertrug. Me Alten erklären vielmehr das Wort mit: Bibellesen, d. h. die eifrige Beschäftigung mit deren Wortsinn (vgl. Zemach Gaon in dem Londoner Juchaßin S. 124 svgl. Ozar nechmad III. S. 116s, Aruch s. v. הג, Raschi z. St.). Elieser, der an der tradirten alten Halachah festhielt, warnte Wohl vor den künstlichen Versdeutungen, die zur Unterstützung der neuen Halachah aufgesucht wurden. Auch im Gebete verlangte er die alte Freiheit, die in der Wahl der Formeln unbeschränkt war, und billigte er nicht die neue Feststellung unabänderlicher Gebetstücke. In allem dem ist nichts Essaisches, sondern Festhalten, an dem alten Pharisäismus gegenüber der schärferen Ausprägung in der neuen Richtung. Hr. Dr. A. wolle es mir daher nicht verargen, wenn ich bei aller Achtung, die ihm gebührt und die ich ihm mit Vergnügen erweise, in solchen ausschweifenden Combinationen eine gedeihliche Pflege der Wissenschaft nicht erblicken kann. G.s Aus einem Schreiben des Herrn Rab. Wechsler, Oldenburg 30. Nov. Es gibt eine Solidarität, einen festen Zusammenhang der geistigen Interessen — diese Behauptung bewahrheitet sich auf keinem Gebiete so sehr, als auf dem religiösen. Die Wissenschaft des Judenthums, seiner Quellen und Urkunden, namentlich der nachbiblischen, die Klärung der geschichtlichen Entwicklung in den so wichtigen und doch bis jetzt noch wenig gelichteten Jahrhunderten vor Christus und zur Zeit Christi — eine glückliche Combination bringt sie in Zusammenhang mit dem erwachten, selbst durch die Wirren der Gegenwart nicht zum Stillstand gebrachten Bedürfniß, die Geschichte der Entstehung und Entwicklung des Christenthums mehr als bis jetzt geschehen zu erklären. Der nicht wegzuleugnende Umstand, daß Christus Jude war, seine ersten Schüler und An- Hänger Juden, daß auf jüdischem Boden die neue Lehre sich befruchtet hatte — das drängt hin zur Erforschung dieses Bodens, wenn auch häufig nicht zur unbefangenen, von Vorurtheilen ungetrübten, und trägt seine guten Früchte.

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