Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 203 essäisch. מנער בניכם מן ד5דז!גי*רך warnt gegen griech. Philosophie, gegen welche aber mit all ihren Folgen und Auswüchsen eine Vormauer zu bilden, die erste Veranlassung und der ursprüngliche Zweck für Gründung des Essäer-Vereins gewesen zu sein scheint. (Siehe Jost: Mg. Gesch. des isr. Volkes B. I S. 523). Seine andere Mahnung: Wenn ihr betet, wisset vor wem ihr steht, ebenso wie sein Ausspruch in der Mischnah daselbst דלעועוה תפלתו קבע אץ תפלתו תחנונים ist ganz aus dem Geiste der Essäer heraus, wie die Mischnah (Ber. 5, 1) von den חביבים berichtet. Bei der großen Frömmigkeit und hohen socialen Stellung (Schwager des Nasi) dieses R. Elieser, besonders aber in Rücksicht auf seine hervorragende halachische Bedeutung, worin er sicherlich alle andern Mitglieder des Essäervereins weit hinter sich zurückließ, kann es nicht Wundern, daß der Orden ihn zum Großmeister gemacht. — Frankel in דרכי חנלמונח S. 76 hat darauf aufmerksam gemacht, daß unser Elieser mit dem Beinamen חגדיול vorzugsweise in haggadischen Stellen vorkommt. Vielleicht läßt sich daraus schließen, daß er die berreffenden Aussprüche als Ordensmeister in den Essäerversammlangen gethan und daß also, wenigstens zu jener Zeit, in dergleichen Versammlungen haggadische Vorträge gehalten zu werden pflegten? Manches Kabbalistische in den ältern thalmudischen Haggadoth dürfte auf diesen Ursprung zurückzuführen sein. fDas Voranstehende bedarf in mehrfacher Beziehung einer Nachschrift von meiner Seite. Dieselbe wäre überflüssig, wenn die Bemerkungen des Hrn. Dt. Adler dem Ben-Chanania übergeben worden wären, wo auch meine Vermuthung gestanden. Allein es war das ausdrückliche Verlangen des Schreibers, daß seine Bemerkungen ein Artikelchen meiner Zeitschrift bilden sollten. Nun aber knüpft die Erörterung an eine Arbeit an, die man sich anderswo suchen muß, die wird so kurzer Hand abgefertigt, ohne daß der Leser erfährt, was sie enthält; das macht meine Lage schwierig. Meine ganze Vermuthung erhob nicht den Anspruch, alsbald als sichere Thatsache einregistrirt zu werden. Wie ich sie mit den vorsichtigen Worten eingeleitet, die ich oben S. 200 in der Anm. wiedergegeben habe, so beschließe ich sie (B. CH. a. a. O. S. 72 f) mit ähnlicher Vorsicht: ״Wer will in die dunkeln Verschlingungen solcher Lebensereignisse eindringen? Und dennoch drängt es dazu, in die Gesinnungskämpse vergangener Jahrhunderte tiefer hineinzu^ blicken, als die berichteten nackten Thatsachen darbieten; an ihrer