Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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194 Aus Briefen. zuzusenden. Doch gelang es mir bis jetzt blos, von zweien dieser Steine — und zwar gerade von den zwei wenigst bedeutenden — Photographieen zu erhalten, und meine Bemühungen um solche von dem keilförmigen Steine und von dem mit dem Dekalog beschriebenen waren bis jetzt vergeblich. Die vier hier beifolgenden Photographieen — von denen drei den einen Stein nach drei verschiedenen Seiten zeigen — werden die früher nach dem Occident gegebene Beschreibung erst recht anschaulich machen. Wie Hr. F. richtig bemerkt, bieten die Photographieen die Abbildung gerade der zwei unbedeutenderen Steine. Auf dem ersten sind an der Stirne des menschlichen Kopfes die letzten Buchstaben נפל ganz deutlich, nicht so die vorangehenden, wie es scheint, durch je einen kleinen Strich unter sich und von dem Folgenden geschieden. Sie können י־־־הד gelesen werden, aber eher scheint mir ein Thav zu stehn, der Strich kann ein Jod sein, und was als Jod gelesen wurde, ein Beth, dem nur der untere Fuß fehlt, um nicht in das Auge hinein zu meißeln, die Inschrift lautete demnach בית נפל, ein Haus ist eingefallen und sagte aus, daß der Beerdigte bei dem Einsturz eines Hauses seinen Tod gefunden habe. Ohne auf diese Lesung einen Werth zu legen, ist jedenfalls die des Hrn. M. abenteuerlich. — Auf der einen Seite des zweiten Steines befindet sich eine volle in ein Gewand gehüllte menschliche aufrechte Gestalt, aber ohne Kopfbedeckung; das angebliche Schin, wenn es wirklich ein solches ist und nicht etwa einzelne Risse im Steine, steht am Fuße der Frgur, und zwar verkehrt. Ganz derselbe Fall ist es mit der Gestalt auf einer andern Seite des Steines. Daß sie ״offenbar einen alten Mann darstelle", wüßte ich nicht zu begründen; aber Kragen und Kopfschmuck scheint mir priesterliche Würde anzudeuten. Auch hier sind die Buchstaben am Fuße und wiederum verkehrt. Paß also das Schin eine Abkürzung von שדי sein solle, das auf den Kopfthefillin sich befinde, diese Annahme ergiebt sich durch den Ort, dem es eingegraben, als reine Willkür. Die Buchstaben zu Füßen der andern Figur sind unsicher. Der erste scheint eine Ligatur zu sein, die vielleicht eher als תל auch אל oder 2ל zu lesen ist; Daleth mit Hrn. Jllowy statt Beth mit Hrn. Miller zu lesen, ist unmöglich, ob der Schlußbuchstabe ein Sain oder ein Nun (wohl ein Schlußnun) ist, muß dahingestellt bleiben, beider Herren Erkärungen aber sind keiner Widerlegung Werth. Eine eigne Vermuthung mag ich nicht hinzufügen. Ob die dritte Seite eine