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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 185

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 185 (sequence 105)
Language
German
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Umschau. 185 Nepi (vgl. dessen und Ghirondi's historisch-bibliographisches Wörterbuch Triest 1853 S. 13 N. 27) seinem Inhalte nach mittheilt. Er behauptet darin mit großer thalmudischer Gelehrsamkeit, wie Nepi rühmt, daß ihm als königlichem Leibarzte, als schwächlichem Manne, der nicht viel zu Fuße gehen könne und da er ״in den kothigen Straßen von Paris" nothwendig Schuhe und Kleider beschmutzen würde, wenn er durch dieselben gehen müßte, was einem königlichen Leibarzte unanständig sei, daß es aus diesen Gründen ihm gestattet sei, am Sabbathe im Wagen zu fahren. Nepi schüttelt allerdings bedenklich das Haupt über dieses kühne Unterfangen, doch spricht er mit großer Ehrerbietung von ihm. Von den beiden hier durch del Medigo genannten Werken Montalto's und der engeren Beziehung dieser zwei Männer ist, soviel ich weiß, bis jetzt Nichts bekannt gewesen. — In einem zweiten Schreiben Delmedigo's an seinen bekannten karäischen Freund Serach (ben Nathan aus Torok), welches das. N. 45 S. 358 f beginnt, wird gleichfalls über Astronomie gehandelt; er bezieht sich wiederum auf seine Bücher Boshmath, Zel ha-Chokhmah und er nennt darin den Freund Serach's, Joschiah (ben Jehudah), den karäischen Gelehrten, welcher in Melo Chofnajim S. XXXV besprochen ist und Wohl identisch mit dem Joschiah, in dessen Namen der Schüler Jsaak's ben Abraham — Verfassers des Chifuk Emunah —, Joseph ben Mordochai, eine religiöse Besprechung mit einem Christen anführt (Wolf bibl. hebr. IY S. 716). Ueber diesen Joschiah habe ich vor längerer Zeit eine schriftliche Mittheilung von Hrn. Nathanson aus Wilna erhalten, die auf mündlicher Tradition beruht, aber doch eine Veröffentlichung verdient. Josch., schreibt derselbe, war über sämmtliche Karäer im polnischen Reiche gesetzt, ein kenntnißreicher, aber ehrgeiziger und gewaltthätiger Mann. Einst fand er bei einem Rabbaniten, in dessen Gastch.ause er übernachtete, handschriftliche Arbeiten Serach's vor, die dieser dort zurückgelassen, um sie auf seiner Rückkehr wieder an sich zu nehmen. Josch. gab vor, er sei ein Bruder Serach's und entlockte dem Gastwirth so die Schriften, welche er dann auch dem Serach, der sie dringend zurückverlangte, vorenthielt. Diese Gewaltthat und andere Unbille, die er erfahren, veranlaßten Serach sein Vaterland zu verlassen und einen Aufenthalt unter den Rabbaniten in Galizien zu suchen, woselbst er auch die letzte Ruhestätte gefunden. So weit Herr Nathanson. —

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