Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2420973-2420997-2420999--1471-2422555- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Umschau. 183 vergebens nach Belehrung suchl, nämlich dann wenn das Buch ausnahmsweise im britischen Museum noch nicht vorräthig ist, namentlick für einzelne Ausgaben. Noch seltener wird es sein, daß der Hr. Vfr. fremden Angaben oder eignen Vermuthungen Raum gegeben hat, die gerechten Bedenken unterliegen. So sollte z. B. auf S. 4 der Vfr. des Sefer ha-Chinnuch nicht mit Aaron ben Joseph Ha-Levi, dem Vfr. des Bedek ha-Bajith und der Novellen zu Ketuboth schlechtweg identificirt werden. Jener hieß auch Aaron Ha-Levi, doch ohne daß wir seines Vaters Namen bestimmen können, er war Barzelonese,'schrieb Wohl um 1357, war kein selbstständiger Thalmudist, blickte mild und ehrerbietig auf frühere wie gleichzeitige Gelehrte, während dieser ein Provenzale war, wenn er auch nach Saragossa gewandert zu sein scheint, ein streitbarer Nachkomme des Serachiah Ha-Levi und in der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts blühte. So stützt sich die an mehreren Orten vollzogene stillschweigende Bezeichnung des Simon, Sammlers des Jaltut, als Kara und Sohnes Chelbo's, so daß er der Bruder des Menachem ben Chelbo und Vater des Joseph Kara gewesen, lediglick auf eine unbegründete Vermuthung Rapoport's, die in einem solchen Werke, das nur solide Resultate bietet, keine Aufnähme verdiente. Und so mag noch manche kleine Abweichung an einzelnen Orten gerechtfertigt sein. Ueber die Abgränzung des Bücherkreises, welcher beschrieben wird, ließe sich auch mancher abweichende Grundsatz aufstellen. — Während, wie es scheint, eigentlich nur hebräisch oder doch in hebräischer Schrift geschriebene Werke nebst ihren Uebersetzungen diesen Kreis bilden, sinden wir dennoch eine Anzahl Werke, die dieser Anforderung nicht entsprechen und für deren Bevorzugung vor andern man. keinen rechten Grund sieht. Jedoch was uns geboten wird, ist in seiner anspruchslosen Objectivität so gründlich und zuverlässig, daß dieser Catalog für gedruckte Werke ein wahres Muster ist. Handschriften bedürfen natürlich einer umständlicheren Beschreibung. 20. Mai. 6. Leon da Modena und Joseph del Medigo. Die beiden obengenannten Männer, in einer Zeit trüber Gährung, am Ende bes^ 16. und Anfänge des 17. Jahrhunderts unter der niederdrückenden Macht geistiger Verdumpfung gewaltig