Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
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Zwei neue jüdische Zeitschriften. 181 Hr. D1\ D. sucht mit einem gewissen kritischen Wohlbehagen, sehr in's Einzelnste eingehend, an dem Verfahren Samuel's Mängel nachzuweisen; er erscheint ihm zu nüchtern, zu ängstlich bemüht einen recht planen, logisch wohl geordneten Sinn und Zusammen- Hang in die Stellen zu bringen. Diese Mängel mögen, als Gegenwirkung einer vorherrschenden, phantastisch ausschweifenden, zuchtlosen Exegese nicht in Abrede gestellt werden, aber dennoch läßt sich Sam. von diesem Bestreben nicht zu weit verleiten — wie etwa sein gleichfalls sehr tüchtiger Nachfolger Joseph Bechor Schor —, und seine Erklärungen verdienen auch dann noch sehr Beachtung, wenn man sich auch veranlaßt sehen sollte von ihnen abzuweichen. Hr. Dr. D., der den Commentar zur ersten Hälfte des 18. Cap. der Genesis bespricht, übergeht dabei manche feine Bemerkung, die sich in diesem Abschnitte findet, wie z. B. die über die Vielen unverständliche Phrase עבלד על zu V. 8. Jedenfalls bringt die erneut gerichtete Aufmerksamkeit auf Samuel den Meir, dessen exegetische Leistungen lange vergessen waren, erst seit änderthalb Jahrhunderten ans Licht der Oeffentlichkeit getreten sind und erst in neuerer Zeit gerechte Würdigung fanden, umsomehr literarischen Gewinn, als sie eine unbefangen, ohne Vorliebe eingehende ist und sich auch die Berichtigung seines sehr corrumpirten Textes angelegen sein läßt. Ein zweiter Beitrag ist die Mittheilung eines von David Franco Mendes 1775 verfaßten hebr. Gedichtes bei Gelegenheit des hundertjährigen Bestandes der portugiesischen Synagoge zu Amsterdam. Es werden in demselben die wichtigsten geschichtlichen Thatsachen der Gemeinde zusammengefaßt: 1593 betraten die Flüchtlinge den niederländischen Boden, am Versöhnungstage 1596 entstand der Verdacht gegen sie als Katholiken, doch schwand bald das Mißtrauen gegen sie, so daß sie 1598 den Bau der älteren Synagoge Beth Ja'akob beginnen, 1607 sich einen eignen Friedhof errichten konnten, ebenso 1608 eine neue Synagoge Neweh Schalom, 1614 einen neuen nähergelegenen Friedhof, das Jahr darauf eine Waisen- und Ausstattungsanstalt gründeten. Eine im I. 1618 entstandene Spaltung führte zur Errichtung eines dritten Gottes- Hauses Beth Jisrael. 1634 wurde der Inhalt der Gräber aus dem alten Friedhofe in den neuen gebracht, die Studien - Anstalt 'Ez ha-Chajim 1637 errichtet, 1640 die Vereinigung der drei Synagogen-Gemeinden unter dem Namen Thalmud Thorah bewirkt.