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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 173

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 173 (sequence 93)
Language
German
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Weiß: Sprache der Mischnah. 173 regelrecht der Satz demnach lauten müßte: על כל ...אין לרקין. An der Stelle von הרץ בלן wird ausnahmsweise אלא gebraucht — was dem Vfr. S. 64 Schwierigkeiten macht —, erstens wenn überhaupt die Ausnahme nicht durch ein einfaches Nomen bezeichnet wird, sondern eine Präposition vorgesetzt werden muß, wo dann ]12 nicht vor der Präposition stehen kann, so Therumoth 10, 10 und 11, wo es vor עם stehen müßte, zweitens dann wenn in dem allgemeinen Satze die Präposition ]12 der Art vorkommt, daß ihre Anwendung in חרץ בלן dann zu Mißverständnissen führte, indem nämlich בלן von חרץ losgelöst und als im Sinne des Hauptsatzes aufgefaßt werden könnte. So Schabbath 2, 3: Alles, was vom Baume, kommt (בלן העץ), das gebraucht man nicht am Sabbath zum Brennen, ausgenommen Flachs (אלא פעותן); würde es heißen: חרץ בלן פעזתן, so hätte man glauben können, es heiße: außer dem, was von Flachs kommt. Cap. 19 bespricht die Art, wie die Autoritäten mit ihren Aussprüchen eingeführt werden; bei einzelnen hier vorgebrachten treffenden Bemerkungen scheint mir doch die zu fehlen, welchen Einfluß die Anführung einander widerstreitender Ansichten hat, der dem Vfr. auffallende Stellen wie S. 126 erklärt. Der Schluß dieses Abschnittes behandelt in Cap. 20 Unrichtigkeiten in Lesarten und Aussprache, die zu falschen Auffassungen geführt, von denen jedoch Manches in Anspruch zu nehmen ist.' So ist es zweifellos, daß die gewöhnliche Aussprache Peßachim 3, 1 : אלר ערבלין בפסח ganz richtig und nicht eine Pual- Unform ע חץ zu erdenken ist, wenn auch gerade in der Bedeutung, welche dem Worte hier zukommt, wie wir sehen werden, die sonst der Mischnah fast ganz fremde Pualform sich in einem alten Priesterausdrucke findet. עבח nämlich, ursprünglich: vorübergehen, heißt auch von einer Sache: vergehen, zu Schanden werden; von Gegenständen demnach, die am Peßach nicht gebraucht werden dürfen, von denen es aber auch nicht geboten ist sie geradezu zu zerstören oder wegzuräumen, sagt man eben: sie gehen dahin, d. h. man überläßt sie dem von selbst erfolgenden Untergange,, der eintretenden Verderbniß. In diesem Sinne finden wir auch: תבשיל שעבדה :בררתר (so richtig Baba bathra 95 d, nicht שעבד, wie Berachoth 40 d gedruckt ist) ״eine Speise, deren Gestalt dahingegangen, die den Geschmack verloren, in Fäulniß übergegangen." Heilige Gegenstände, welche durch irgend einen Umstand zu ihrem bestimmten Zwecke untauglich geworden,

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