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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 170

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 170 (sequence 90)
Language
German
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170 Rezensionenungewöhnlich sind, blos als Anomalien Vorkommen, in der Mischnah aber zu regelmäßigen Formen geworden sein sollen, die Cap. 6 zusammenstellt, erwecken manches Bedenken und bedürfen noch sorgsamer Behandlung, weniger die neuen Bedeutungen, welche biblische Wörter in der Mischnah erhalten, wie sie Cap. 7 vorführt. Die Wörter, welche in Cap. 8 als von dem biblischen Gebrauche ganz abweichend angewendet verzeichnet werden, finden ihre Parallelen meistens im Aramaismus oder im Arabischen; daß (S. 124) samaritanisch ist, ist schon früher von mir bemerkt. Aehnlich ist an einer andern Stelle (S. 82) das Wort דבלע verkannt. Es bedeutet, in Erweiterung des biblischen Gebrauches, das Beste der Frucht, die derselben zu entnehmende heilige Gabe, und daher auch in der Mischnah: bei Mischungen gemeiner Frucht mit heiliger das Ganze als heilig behandeln. Cap. 9 führt Beispiele von Wörtern an, die in der Mischnah selbst als Derivate eines Stammes dennoch verschiedene Bedeutungen haben, und hier hat die Phantasie des Vfrs. wieder einen weiten Spielraum im Combiniren und im Zurückführen auf die Grundwurzel mit ihrer umfassenden Bedeutung. Da kommt man denn auch dazu, אבד statt mit ״Glied" mit ״Knochen" zu übersetzen, weil die Grundwurzel — stark bedeuten soll! Cap. 10 macht auf verschiedene Bezeichnungen für einen und denselben Begriff aufmerksam; der Vfr. findet, daß hier entweder Wörter vorliegen, die zu verschiedenen Zeiten im Gebrauche waren, oder Synonyma, die doch die Bedeutung verschieden nüanciren. Schon auf diesen Punkt aufmerksam zu machen, ist verdienstlich, und der Vfr. zeigt bei seiner Behandlung einen feinen Blick, doch ist er natürlich hier blos allgemein angeregt, und Manches wäre in Anspruch zu nehmen. So ist richtig, daß biblisch!עבודה meist Feldarbeit bedeutet gegenüber dem allgemeinen Ausdruck בללאכה, der jede Arbeit und Verrichtung umfaßt; in der Mischnah jedoch ist der Ausdruck עבודה, welcher in der ganz andern Bedeutung des Tempeldienstes geläufig geworden, für Feldarbeit sehr selten. Nur in Schebi'ith finde ich ihn einige Male (2, 5. 4, 5 und entsprechend 6, 1 כבר:), in Khilajim in diesem Sinne gar nicht, aber in einer neuen interessanten Bedeutung, nämlich: der Umfang des Bodens, auf welchen die Triebkraft einer Pflanzung ihre Wirksamkeit ausdehnt (3, 7. 4, 1. 2. 7, 3). Wie sehr man sich der ursprünglichen Bedeutung entfremdet, zeigt das Beispiel, daß man an einem Orte (Schebi'ith 3, 1) den Ausdruck!עובדי עבודה in

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