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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 163

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 163 (sequence 83)
Language
German
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Weiß: Sprache der Mischnah. 163 Werke uns aufbewahren, finden sich in ihnen auch gesunde nachgeborene Schößlinge, die aus dem vollen Sprachtriebe hervorgegangen; dann aber finden sich Umgestaltungen und Neubildungen, wie die ermattende Sprache sie aufweist, die lebensvollen Formen zu conventionellen Formeln abschließend, dieselben dann künstlich zerlegend und zusammensetzend, und dazu kommt der umwandelnde Einfluß, welchen der herrschende Aramaismus auf die Bildungen des Hebräischen selbst hatte, und die vollständige Herübernahme von Wörtern und Ausdrucksweisen aus dem Aramäischen wie zum Theile auch aus dem Griechischen, später noch aus dem Lateinischen. Bei einer solchen Mischung bedarf es des eindringenden Blickes, der sondernden Sorgfalt für die richtige Würdigung der einzelnen Spracherscheinungen. Der Gegenstand verdiente freilich seinem ganzen Umfange nach eine neue Durchforschung, und seitdem ich ihn vor mehr als dreißig Jahren ausgenommen, habe ich so viele neue Wahrnehmungen gemacht, daß die Ergänzungen eine Abhandlung bilden würden. Doch genüge es hier, an der Hand des Vfrs auf Einzelnes einzugehn. In einer Einleitung bespricht Hr. W. im ersten Cap. den Zeitpunkt, in welchem die Bibelsprache zur Mischnahsprache übergegangen, d. h. wann das Hebräische seine Selbstständigkeit und schöpferische Kraft verloren hat, von dem Einflüsse des Aramaismus überwältigt worden, dem es allmälig ganz Weichen mußte. Ein zweites Cap. behandelt die Erweiterung, welche die Sprache durch die Mischnah erfahren und den Nutzen dieser Untersuchung. Wir begegnen hier einem Verfahren des Vfrs, das sehr bedenkliche Folgen hat, und vor dem nicht genug gewarnt werden kann, der Lust nämlich, für zwei Grundbuchstaben, welche für alle dreibuchstabigen Stämme angenommen werden, eine umfassende Grundbedeutung festzustellen, diese dann auch allen Stämmen anzueignen, welche dieselben in sich enthalten und dadurch sich zu gestatten, daß man den vorkommenden Stämmen und Derivaten sonst nicht bezeugte Bedeutungen unterlege, wenn sie nur mit der für die Grundwurzel angenommenen in Zusammenhang gebracht werden können. Dieses Verfahren, je verlockender es ist durch den geistreichen Schein, um so gefährlicher ist es. Nichtig ist, daß es für die Wortstämme, welche im Semitismus zur regelmäßigen vollen dreibuchstabigen Ausbildung sich entwickelt haben, zumeist eine ideale, aber nicht selbstständig, sondern blos eben in diesen Bildungen 11*

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