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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 153

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 153 (sequence 73)
Language
German
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Zomber: Raschi zum Thaünub. 153 Hr. Z. nimmt an dieser ungewöhnlichen Bemerkung Raschids Anstoß und versucht sehr gewagte Correcturen, die jedoch, in sich haltlos, schon daran scheitern, daß Raschi ja ausdrücklich zu 6d sagt: זד! ירוטגלמי 1זד בבלי, also geradezu eine jerusalemische Fassung einer babylonischen gegenüber stellt. Ich sehe aber auch nichts Befremdliches darin, daß Raschi zu der ganz auffallenden so oft wie- Verkehrenden Erscheinung in Themurah, daß zwei verschiedene Fassungen, von denen die eine zuweilen von der andern inhaltlich kaum abweicht, neben einander gestellt werden, einer Erscheinung, die in andern Traetaten nur ausnahmsweise verkommt, eine Erklärung giebt, zu welcher er sonst keine Veranlassung hatte. Er sieht hier zwei verschiedene Necensionen in einander gearbeitet, eine jerusalemische und eine babylonische; bei den in den babylonischen Akademien weniger geläufigen, von den Saburaim und Geonim nicht zum berichtigten Abschlüsse gebrachten Traetaten, wie Nedarim, Themurah u. a., sind verschiedenartige Elemente stehen geblieben oder eingedrungen, die in den sorgfältig überwachten Traetaten getilgt worden. Die Bemerkung Raschi's, es liege hier eine jerusalemische Fassung vor, ist daher eine sehr beachtenswerthe kritische, die zwar in ihrer Angabe, daß hier gerade eine jerusalemische Hand thätig gewesen, unzuverlässig sein mag, aber jedenfalls darin auf das Richtige hinweist, daß die Arbeit zweier verschiedenen Schulen neben einander läuft. Solche Beobachtungen, welche zur Textes-Kritik der Gemara hinaufsteigen und welche in handschriftlichen Exemplaren derselben reiche Bestätigung finden, haben noch einen größeren Werth für uns als die, welche den Commentator betreffen. Denn auch für die Kritik des Eemaratextes ist noch sehr viel zu Lhun. Er stellt sich in unfern Ausgaben als einen ursprünglichen, unzweifelhaften dar,!nährend er durch gar mannichfache Hände gegangen und Umgestaltungen erfahren hat, bis er die zu uns gelangte Form erhalten hat und nun als die ebenso ursprüngliche wie abgeschlossene betrachtet wird. Man hat sich ferner an die Auffassung gewöhnt, den ganzen Complex der Gemara-Tractate wie aus einem Gusse und.in einstimmigster Gleichartigkeit gearbeitet anzusehen und war nur selten auf Eigenthümlichkeiten, die sich gerade an den weniger berückfichtigten Orten erhalten haben, genügend achtsam. Auf eine solche, die früher allerdings schon mannichfach besprochen worden, weist auch Hr. Z. hier gelegentlich wieder hin. Der Ausdruck für die mangelnde

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