Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2420997-2420999--1436-2422520- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
148 Necensionen. fassung der Stelle 2 Kön. 23, 9 und die dort nöthige Berichtigung von בד&ות in כלניות (S. 152 ff.) ist in dieser Ztschr. Bd. II. S. 289 begründet und damit die frühere Ansicht in Urschrift S. 256 Anm. ausgegeben; der Vfr. hätte sich daher den Kampf gegen dieselbe ersparen können, zumal den sehr überflüssigen Nachweis, daß auch כי אה zuweilen in der Bibel nach der Negation für: sondern, gebraucht wird. In Betreff endlich des spätern Mißverstandnisses, als hätten die Pharisäer behauptet, lügnerische Zeugen würden nicht mit dem Tode bestraft, wenn die Opfer ihres falschen Zeugnisses bereits den Tod erlitten, beruft sich der Vfr. (S. 172) ausdrücklich auf meine Erörterung in Urschrift S. 140 Anm. Bei so vieler Uebereinstimmung muß ich es bedauern, daß Hrn. Pineles anderswo seine Tendenz den richtigen Standpunkt unbefangener Betrachtung verrückt hat. Ein wesentlicher Mangel nämlich und ein unkritisches Verfahren ist es, daß er die außerhalb der recipirten Halachah stehenden alten Doeumente kurzweg als unbrauchbare Zeugen für die in alter Zeit verbreiteten Ansichten abweist. Wir finden es natürlich, daß der unwissenschaftliche Thalmudismus, welcher lediglich das letzte halachische Resultat in der babylonischen Gemara nicht blos als bindend, sondern auch als von allen Zeiten her feststehend betrachtet, alle sonst vorkommenden abweichenden Ansichten ignorirt, sie entweder, und sei es noch so gewaltsam, mit der Gemara in Harmonie zu bringen sucht oder sie als werthlos, als corrumpirt, als apokryph verwirft. Ersteres thut er mit der Mischnah, den in die Gemara übergegangenen Barai- Lha's, und wo es geht, auch mit den anderen alten Baraitha's: Mechiltha, Sifra, Sifre und Thoßeftha; aber schon bei diesen schlägt er meistens das letztere Verfahren ein, sie als fehlerhaft zu bezeichnen, und umsomehr thut er dies bei andern Quellen wie dem jerusalemischen Thargum (Pseudo-Jonathan), und die andern alten Documente, die Apokryphen, Josephus, die alten Uebersetzer, die Schriften der Samaritaner und Karäer mit den Trümmern ihrer hoch hinaufreichenden Traditionen bleiben ihm ganz unbekannt. Dieses Verfahren kann uns bei dem alten Thalmudismus nicht auffallen; wir finden es vielmehr ganz eonsequent. Eine ganz andere Stellung aber nimmt Hr. Pineles ein. Er erkennt es an, daß mannichsache Wandlungen vor sich gegangen, bevor die Anschauung der babylonischen Gemara sich festgestellt, und er fühlt sich daher nicht verpflichtet, diese als Regulativ zu betrachten, um nach ihr Mischnah