Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2420973-2420997-2420999--1433-2422517- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LuzzaLLo: Jesaias. 145 tigung wendet von uns das Unheil ab und bewirkt unfern Frieden. Wohl aber erscheint als richtig, daß die Punctation ובהבודתו statt ובחבולתו gewählt sei, um von der Bedeutung ״Wunde" abzulenken auf die von ״Gesellschaft", die ^חבולז im Späthebräischen hat. — Die Punctation 3 ,59 ,נגאלו, ist gleichfalls nach Luzzatto absichtlich für נגאלו gewählt, damit das Wort nicht etwa erklärt werde: sie werden erlöst. Statt 9 ,60 ,יכןוו, will Luz., und Wohl richtig, י^וו lesen, die Inseln (d. h. deren Bewohner) sammein sich zu mir; die Punctatoren scheinen die Bildlichkeit des Ausdrucks mißverstanden zu haben. Auffallend ist es mit Recht Luz., daß nicht 10 ,61 ייעטני, punctirt ist, er umhüllet mich; indem עטל im Kal: sich selbst umhüllen bedeutet, im Hifil aber: einen Andern, gerade wie ^לב, das gleichfalls im Hifil vorangeht. Er meint, daß die Punctatoren an dem Futurum Anstoß genommen und daher lieber ein neues Stammwort יעט gebildet, das transitive Bedeutung habe und nun gleichfalls im Präteritum gebraucht sei. In 63, 3 ff. verlangt Luz. überall das Prät., also das Waw conversivum mit Pathach oder Kamez; wenn die Punctatoren jedoch durchgehends Schwa setzen, so geschah es, wie er meint, weil sie di?fe Erlösungsthätigkeit Gottes nicht als bereits vollzogen schildern, sondern als noch bevorstehend darstellen wollten. Zu 65, 12 macht Luz. darauf aufmerksam, daß die Phrase 'דזר־ע בעיני דג nw und die ihr entsprechenden Ausdrücke in einer seltsamen Weise von den Accentuatoren interpungirt sind; statt nämlich die Worte: ״das Böse in den Augen Gottes" eng mit einander zu verbinden, wird das Böse von ״in den Augen" getrennt, als sollte man übersetzen: ihr thut in den Augen Gottes das Böse. Die Absichtlichkeit ist offenbar, da die Accentuation consequent verfährt; Luz. stellt mehrfach Vermuthungen auf, was dieselbenzu dieser Seltsamkeit veranlaßt haben könnte, die aber alle nicht genügen. Mir scheint hier wieder eine eigenthümliche Aengstlichkeit obzuwalten; ״bös in Gottes Augen" klang zu sinnlich, als werde Gott davon afficirt, sie sagten daher: er that das Böse — in den Augen, d. h. vor den Augen Gottes, indem dieser es wahrnahm. Wir begnügen uns mit diesen wenigen Hinweisungen. Zu einem genauen Studium des Jesaias wird für die Erklärung der nun vollständig vorliegende Commentar sehr sichere und aus richtiger Empfindung des Sprachgeistes geschöpfte Anleitungen geben, und wir können es nicht unterlassen, zum Schluffe die große Befrie- Viertcllahrcöschrift V. 2 u. 8. 10