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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 143

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 143 (sequence 63)
Language
German
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Luz;atto: Sefaiaä. 143 bemerkt, diese Verschließung vor der Einsicht, daß wir es in diesem Theile mit einer spätern Sprachbildung zu thun haben, doppelt auffallend. Denn abgesehen von der rhetorischen Breite, die bei allem Glanze der Darstellung doch die Abnahme der dichterischen Energie beurkundet, sind gewisse Ausdrücke nur dem spätern Sprachcharakter eigen, und Luz. verkennt daher hie und da den richtigen Sinn, weil er sich diese Einsicht getrübt hat. So ist נלעגפט in der alten Sprache: Gerechtigkeit in dem guten Sinne der vollen Rechtsprechung und -Uebung, die mit מן£, oft sogar mit nvn identisch ist, die Billigkeit mit einschließt; die spätere Zeit erblickte in der Gerechtigkeit nur die Strenge, die Strafe, selbst die ungerechte, und in diesem Sinne sinden wir das Wort Jes. 53, 8, wie schon Gesenius richtig erkennt, während Luz. eine gesuchte Erklärung giebt. Dieser einen Probe gegenüber genüge eine andere, wo Luz. seinen tiefen Einblick in die biblische Ausdrucksweise bekundet, wenn er auch die Erklärung nicht bis zu ihrer Bestimmtheit durchführt. שכר hat, wie Urschrift S. 413 f. nachgewiesen ist, gleich בוס, auch die Bedeutung: vor Trunkenheit, Ueberfülle, einen Gegenstand ausspeien als Bezeichnung der verächtlichsten Behandlung. Daher ist auch Jes. 14, 25 zu lesen: לשכר mit Kaf, Aschur auszuspeien in meinem Lande und auf meinen Bergen will ich es zum Aus- Wurfe machen, ebenso Jes. 63, 6: ich werde die Völker auswerfen in meinem Zorne und sie ausspeien (ואשברם, Kal) in meinem Grimme. Da man jedoch diesen Ausdruck, als von Gott gebraucht, für zu sinnlich hielt, indem es klingt, als werde von ihm Trunkenheit ausgesagt, so änderte man ihn an ersterer Stelle in לשבר mit Veth, an zweiter änderten die Babylonier gleichfalls in Beth, die Palästinenser giengen nicht so weit, aber sie änderten die Punctation, machten Piel daraus, so daß der Sinn wäre: ich mache die Völker trunken mit meinem Grimme. Luz. erkennt in der letzteren Stelle richtig, daß eigentlich von Gott ausgesagt werde, er sei wie ein Keltertreter so voll von den zertretenen Völkertrauben, nur verkennt er erstens, daß nicht von der Trunkenheit, sondern von dem dadurch bewirkten Ausspeien die Rede ist, dann meint er, der Prophet selbst habe sich im Reden, da er Gott die Trunkenheit nicht beilegen wollte, verbessert und statt des beabsichtigten Satzes die Rede von Gott ab auf die Völker gewendet, die Gott trunken mache 1). 1) Luzzatto's Worte lauten: עלה בלב הנביא לובלר בי האל נשתכר

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