Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Y. Ein althochdeutsches Schlummerlied. die mit dem Zwecke des Ganzen übereinstimmen, gaben bei späterem Mißverständnisse Veranlassung, nach nwp, als dem letzten Worte aus dem Buchstaben Koph, mehrere Wörter aus dem folgenden Buchstaben Resch aufzunehmen. — So deutlich ferner alle anderen Wörter geschrieben find, so undeutlich ist das unter das erste deutsche Wort Toclia geschriebene, das oben nach Anleitung der Herren Z. und K. דודי gelesen wurde. Es könnte fast ebensogut eine Abkürzung des' Tetragrammaton nach mittelalterlichem Brauche in יוי mrt Schnörkeleien sein, und dies wäre dann als das kräftigste Schutzmittel an den Anfang gesetzt worden. Jedoch mag alles Dieses blos als Vermuthung gelten und hat es nur den Zweck, zu weiterer Forschung au zuregen. NS. Eine Mittheilung hes Hrn. W. M. in den Götting. gelehrten Anz. No. 27 (3. Juli) belehrt mich nun, daß allerdings dieses Schlummerlied schon mehrfach besprochen, aber auch dessen Aechtheit sehr entschieden angezweifelt worden, sowohl von dem Genannten selbst gleichfalls in den Gött. g. A. 1860 No. 21. 22, als auch von Anderen, während freilich Jakob Grimm keinen Verdacht gehegt und das Lied als ein ächtes besprochen hatte. Neuerdings hat nun Pfeiffer in Wien in einem Hefte: Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums II (Wien 1866) in einer langen Abhandlung (S. 43—86) die Aechtheit des Liedes gegen die früher geäußerten Zweifel mit aller Bestimmtheit in Schutz genommen; allein Hr. W. Ni. hält a. a. O. seine Verdachtsgründe, ja seine entschiedene Behauptung, daß eine Fälschung vorliege, gegen Pf. aufrecht, er berichtet, daß' ebenso Hr. C. Hofmann in einer am 7. Juli 1866 der Münchener Akademie vorgelegten Abhandlung das Lied verwirft und Hr. Prof. Jaffe in Berlin sich wörtlich geäußert: ״Ich habe mir in Wien das Schlummerlied vorlegen lassen und fand — wie ich schon dort kein Hehl hatte — graphischer Seits die unzweideutigsten Zeichen, daß darin eine moderne Fälschung vorliege." Bei diesem so vielfach geäußerten Verdachte verliert freilich das Product sein Interesse. Später erhielt ich noch die Verhandlungen, welche über die Aechtheit des Liedes zwischen Hrn. 1)1׳. Palm und Hrn. I)r. Kletke in dem Feuilleton der Schlesischen Zeitung geführt worden. Die Replik des Ersteren enthält wesentlich Folgendes: ״Soeben veröffentlichte Prof. Jaffe im 3. Hefte 1. Bandes der Zeitschrift für deutsches Alterthum von Moritz Haupt die Resultate seiner Prüfung . . .