Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Y. Ein althochdeutsches Schlummerlied. schmeichelnder Anrede und dringender Mahnung Zum Schlafen und das Weinen zu lassen, beseitigt die Mutter erst des Kindes Furcht vor dem Wolfe, schreckt es nicht damit, sondern Treue, die Schutzgöttin des Hauses, wehret den Wolf ab; dann verspricht sie dem vom Vater geliebten kleinen Sohne, wenn er bis Zum Morgen geschlafen, Süßes zum Genuß, Honig, Eier, welche Ostra, die Frühlingsgöttin, ihm bescheert; dann Blumen, blaue, rothe, welche Hera, die Schützerin des Pflanzenbaues, des fruchtbringenden Ackers ihm abgepflückt hat; dann sendet Zanfana, die Beschützerin der zahmen Heerden, Weiße kleine Schafe; endlich erfreut der All- Vater Wuotan (Odin, Einauge) den Knaben mit schnellen harten Speeren (Eschen), die einen Knaben am meisten erfreuen." ״Die hebräische Zeile zeigt, nach Zappert, das Fragment eines kurzen hebräischen Wörterbuches, und die auf der Rückseite befindlichen Worte, deren vier erste den Schluß von Prov. 3, 13 bilden, während die zwei letzten dem Anfänge von das. 6, 6 entnommen sind, lassen errathen, daß jenem Wörterverzeichnisse eine Sammlung von Sinnsprüchen folgte. Das hebräische Wort unter 'loeka heißt Dodi (mein Freund, mein Friedel), das unter Ostra: Esther (die Tochter Mordachais), das unter Zanfana, stehende Zipora (die Gattin des Moses). Sie können zum Verständniß der deutschen Wörter nichts beitragen. Sie lassen, wie die hebräischen Vocalzeichen in den Wörtern uuerit (Z. 1)*), morgane, manestrut (Z. 2), suoziu, prichitj chinde (wo am Rande das weggefallen erscheint, aber sicherlich gestanden hat, Z. 3), morgane (Z. 4) 1 2), cleiniu und einouga (Z. 5) und auch die Schriftzüge selbst unwiderleglich erkennen, daß sie von jüdischer Hand herrühren." ״Zappert schließt aus dem Vorhandensein der hebräischen Voealzeichen in unserem Pergamentfragmente auf dessen ursprünglichen Zweck als aus den eines für den Unterricht bestimmten Büchleins, da jüdische Gelehrte jener und selbst der spätern Jahrhunderte die für Fachgenossen bestimmten Schriften nie mit Vocalzeichen versahen. Daß der Schüler germanischen Stammes war, Zeigen die deutschen, 1) Hr. Kletke ״fügt dem den Rand des Pergamentstreifens berührenden letzten Worte der ersten Zeile, craftlich, ein ihm unbedingt zngehörendes 0 am Ende bei" und liest eraftlieho; das wäre demnach wie bei ehinde an! Ende der dritten Zeile so aufzufassen, daß das hebräische Vocalzeichen * zurückgeblieben. 2) Auch ueiziu.