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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 134

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 134 (sequence 54)
Language
German
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134 V. Ein althochdeutsches Schlummerlied. lein — soweit nicht neue selbstständige Forschungen dieselben modistcirten —׳ ein weiteres Eingehen für überflüssig gehalten. Mögen nunmehr Quellen und Untersuchungen in neuer reicher Fülle Gabirol immer mehr zur vollen Beleuchtung bringen! V. Ein althochdeutsches Schlummerlied aus heidnischer Zeit in jüdischen Kreisen. Daß die Juden während des deutschen christlichen Mittelalters auch an der literarischen Bewegung, soweit eine solche vorhanden war, Antheil genommen, ist hinlänglich bekannt, selbst dem Minnesang waren sie nicht fremd geblieben. Süßkind von Trimberg sang gleich seinen Genossen an der Fürsten Höfen, und erst nachdem er die Erfahrung gemacht, daß der Jude auch als Sänger nicht geduldet werde, nachdem die Rohheit ihn mißhandelt und fortgejagt, nahm er sich vor, die Höfe zu meiden, zu den Seinen zurückzukehren, in ״spitzem Hute" und ״langem Mantelkragen" bei ihnen unbeachtet zu weilen. Die Thatsache steht fest und legt Zeugniß ab von dem tiefen Culturbedürfnisse der Juden, das sie drängt, überall sich anzuschließen und mitzuwirken, wo nur irgend ein Bildungselement sich regt. Auffallender muß es uns erscheinen, wenn wir bei einem Juden ein lebendiges Interesse an dem altdeutschen Volksliede aus heidnischer Zeit wahrnehmen sollten, dasselbe, ganz von heidnischen Vorstellungen beherrscht, mußte den Juden, sollte man glauben, weit von sich entfernt halten. Und dennoch bringt eine neuere Entdeckung diese beiden widerstrebenden Elemente in enge Beziehung. Auf einer Papierhandschrift vom I. 1435 fand Hr. Zappert in Wien einen als Rückenheftpflaster dienenden Pergamentstreifen; er löste ihn ab und theilte dann dessen Inhalt in einem Vorträge in der kaiserl. Akademie der Wissenschaften mit; derselbe ist in deren ״Sitzungsberichten" 1858 (Bd. 29 S. 302 f.) abgedruckt. Dieser Fund ist, trotzdem daß er für altdeutsche Sprache und Mythologie von Bedeutung ist, nicht genügend beachtet worden, und noch weniger Aufmerksamkeit ward den hebräischen Bestand- 1) Ein besonderer Abdruck (Wien, Gerold 1859) ist vergriffen.

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