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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 129

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 129 (sequence 49)
Language
German
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IV. Gabirol. 129 So neigt sich denn die Frage über Gabirol's Originalität immer mehr zu seinen Gunsten. Und wenn wir den Ernst erblicken, mit dem er seinen ganzen geistigen Gehalt diesen Forschungen zuwendet, die fast verzehrende Unruhe wahrnehmen, mit welcher er dem Ziele nachringt, so können wir in ihm nimmermehr einen bequemen Nachtreter, der blos aufnimmt, erkennen, sondern einen selbstständig Vorschreitenden, mag er noch so sehr Antriebe und Aufschlüsse von Andern erhalten haben. Diesen fast zur Leidenschaft sich steigernden Drang hören wir aber ganz besonders aus seinen Gedichten heraus, die uns auch erst wieder in neuester Zeit wie neu entdeckt worden sind. Jllustriren diese Gedichte den Philosophen, der, wenn auch von Vorangegangenen und Zeitgenossen vielfach angeregt, dennoch keinen ebenbürtigen Vorgänger in Spanien hat, so steht er als neuhebräischer Dichter gleichfalls als der durch sein mächtiges Ringen sich selbst bildende Meister da, während seine Muster der schöpferisch poetischen Kraft entbehrten und es höchstens zu größerer oder geringerer Formgewandtheit gebracht hatten. Vergessen wir nicht, daß er zwei volle Menschenalter vor den andern berühmten Meistern/ unter denen doch nur Juda Ha-Levi als wirkliche poetische Kraft hervorragt, gedichtet hat, daß er also der dem ersteren beigelegt; daß Dies jedoch mit Unrecht geschieht, hätten ihm die einleitenden Verse zeigen können, welche mit den Worten beginnen: עת גול ארידג — die auch am Ende der römischen Hdschr. stehen —, und die Veranlassung geben, daß das Buch ״im Bibliothekkatalog eingetragen ist als: Ein junger Löwe" (S- 366 und Anm. 11). Nun aber wird Juda Romano ost Gur Arje genannt (Zunz a. a. O. S. 322), die Verse sind in meiner wissensch. Ztschr. re. Bd. III (1837) S- 428 nebst Uebersetzung nach einer Privathandschrist mitgetheilt, dann nochmals von Dukes, etwas incorrect im Orient 1849 LLl. 50 S. 794 aus einer Pariser Hdschr., im neuen Catalöge N. 897, der N. 1079 noch eine andere gleiche Handschrift verzeichnet und dort bte, Berse wiederholt mit dem Namen des Uebersetzers. — So wird (S.374) nach Rodriguez de Castro von einem ״David Parchon" gesprochen als ״Uebersetzer der arabischen Grammatik des Ben Gannach," während doch gewiß darunter nur gemeint sein kann Salomo ben Abraham Parchon, der das Wörterbuch ben Gannach's (Abulwalid's) übersetzt, beziehungsweise bearbeitet hat, und da es sich hier gerade um den Namen David und nicht um Parchon handelt, so kommt derselbe natürlich gar nicht.in Betracht. Das sind Kleinigkeiten, die Hrn. H.'s gründlichen Arbeiten keinen Abbruch thun, aber sie legen die ganze jämmerliche Lage blos, in welcher sich die Kenntniß der jüdischen Literatur und die Verbreitung der dieselbe sördernden Schriften befindet. Bierteljahresschrift V. 2 und 3. 9

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