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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 126

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 126 (sequence 46)
Language
German
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126 IV. Gabirol. zu haben, die da Beweise und Schlüsse aufzustellen suchen ohne Kenntniß der exacten Wissenschaften (Mathematik), die über göttlrche Dinge disputiren und in den natürlichen unwissend sind u. s. w." Sie sprechen sich noch sonst in ähnlichen Sinne aus. Wenn sie dennoch das Nöthigste aus Logik und Dialektik, Psychologie und Ethik, auch aus der Metaphysik mittheilen, so geschieht dies, wie Hr. H. sagt, nur ״vermöge des offenbaren Zweckes, Aufklärung in den weitesten Kreisen zu verbreiten." ״Die Metaphysik wird vorzüglich im Interesse der Naturkunde, d. h. zu einer rationellen Erklärung der Entstehung der Natur, der Veränderungen in Zeit und Raum berücksichtigt." Doch selbst in derjenigen Recension, welche hier ausführlicher ist, herrscht dabei ״auffallende Oberflächlichkeit, man vermißt vielfältig die nöthige Begründung, die Zusammensetzung ist fragmentarisch," als lägen in einzelnen Abhandlungen Excerpte aus philosophischen Schriften vor. ״Die bunte Mannigfaltigkeit — meint nun freilich Hr. H. — des vom Orient gebrachten Sammelwerkes kann gerade den begabten Denker angeregt haben, vom Mittelpunte aus die Lösung einer.Hauptfrage mit Gründlichkeit anzustreben." Allein dieser bloße Anstoß, den Gab. so von dieser Encyklopädie erhalten hätte, kann doch keinesfalls berechtigen, diese als Quelle zu bezeichnen, aus der er geschöpft habe. ^.Wenn Hr. H. dann weiter eingehend ״bestimmte Berührungspunkte" zwischen der Encyklopädie und Gabirol aufsucht, so ist dies dankenswerth ohne daß es jedoch zum Ziele führt, da die aufgefundenen Analogien einander durchaus nicht decken, sondern nur sehr entfernte Aehnlichkeiten sind, gerade die Schärfe des Gabirol'schen Grundgedankens vermissen lassen. Was in der Encyklopädie über diese Fragen vorkommt, ist im Grunde, wie Hr. H. in Beziehung auf Anderes sagt ״ein Gemeingut der arabischen Speculation" und trägt durchaus nicht das scharfe Gepräge Gabirol'scher Darstellung. Hr. H. zieht noch mehrere Anführungen herbei, welche in dem Sefer ha-Ma'aloth des Schemtob Falaquera — eben des Mannes, welchem wir die Bekanntschaft mit Gabirol's ״Lebensquell" zunächst verdanken — unter dem Namen ״des Philosophen" schlechtweg vorkommen. Er glaubt, daß diese, mehr psychologischen Inhalts, etwa einem andern Werke Gabirol's entlehnt sein könnten, ihn Falaquera schlechtweg ״den Philosophen" genannt haben mochte, daß dieselben aber sehr genau mit den Ansichten der Encyklopädie übereinstimmen.

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