Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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IV. Gabirol. 125 ihn besingenden Dichtern gewiß als Beitrag zu seiner Verherrlichung nicht versäumt worden wäre,x) während uingekehrt die Chasdaiiten nirgends als Nachkommen jenes hochgestellten Mannes erscheinen. — Jedenfalls war Abulfadhl Chasdai als Sohn des dem Freundeskreise Samuel Ha-Nagid's ungehörigen Joseph dem Gabirol bekannt, und so war auch Wohl al-Karmani und seine philosophischen Bestrebungen demselben nicht unbekannt geblieben. In der wesentlichen Frage nun, inwiefern die zu Gabirol's Zeit in Spanien eingeführten Abhandlungen der lautern Brüder auf denselben eingewirkt haben und zwar der Art, daß sein System von ihnen abhängig gewesen, gelangt Hr. H. keineswegs zu einem positiven Resultate. Zuerst ist zu bemerken, daß von den genannten ״Abhandlungen" zwei Recensionen vorliegen, von denen eine in den physikalischen Abschnitten viel ausführlicher ist, während die andere metaphysische und religions-philosophische Fragen weiter ausführt. Hr. H. betrachtet diese als die ältere, der ursprünglichen Arbeit der ״aufrichtigen Brüder" näher kommende Recension. Doch glaube ich, wird dies noch sehr der Untersuchung bedürfen, da gerade der Anbau der physikalischen Wissenschaften das!Vorzugsweise Augenmerk dieser Schule war, während metaphysische und religions-philosophische Fragen eigentlich außerkalb ihres Gesichtskreises lagen und nur wie nothgedrungen von ihr behandelt wurden, daher auch ihre ursprünglich dieses Gebiet weniger anbauenden Abhandlungen von Ueberarbeitern und Abschreibern weit eher erweitert als verkürzt wurden. Ihre Tendenz bezeichnet Hr. H. selbst, indem er fortfährt: ״Im Allgemeinen besteht zwischen der Enchklopädie und den Schriften Ben Gabirol's nicht nur ein großer Unterschied, sondern geradezu ein Gegensatz. Verbreitung richtiger physikalischer Kenntnisse ist den Verfassern der bedeutendsten Abhandlungen Hauptzweck; Physik ist die Hauptwissenschaft. Die Metaphhsiker, namentlich jene, welche bei ihrer Speculation einen religionsphilosophischen Zweck verfolgen, werden scharf getadelt. ״Die unversöhnlichsten Feinde der Philosophen sind die Leute von dieser Polemisirenden, streitenden Partei, welche in den metaphysischen Fragen umherwaten, ohne eine rechte Kenntniß von den sinnlichen Dingen 1) Gegen Pliiloxene Luzzatto in der Notice über Abu-Jusus chasdai ibn Schaprut (Paris 1852 S. 60).