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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 123

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 123 (sequence 43)
Language
German
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IV. Gabirol. 123 genden Lösung der ontologischen Probleme wird ihm Niemand absprechen. Die Art, wie er das Prineip des Willens geltend macht, hat auf die spätere Speculation so bedeutend eingewirkt, daß es der Mühe Werth ist nachzusehen, ob dieses Moment ihm ganz eigenthümlich ist, oder ob es von Frühern geborgt sei." ״Wenn es sich aber um die Frage von wirklicher Abhängigkeit handelt, so genügt es nicht Aehnlichkeiten oder auch ein engeres Zusammentreffen nachzuweisen; mit der Uebereinstimmung in den Gedanken muß eine historische Berührung aufgezeigt werden." Daher erkennt Hr. H. in den von Munk beigebrachten Analogien aus Schahrastani, so werthvoll sie sind, keinen Beitrag zur Lösung der vorliegenden Frage, da dieser im fernen Chorasan geboren wurde (1086), als Gabirol bereits in Spanien gestorben war. Beachtenswerther sei, daß derselbe Sch. die Meinungsverschiedenheit der älteren Motakellemun (Medabberim) anführt über den ״Willen,^ daß sie nämlich darüber gestritten, ob dieser als das Schaffende oder als etwas Geschaffenes oder als eine Eigenschaft des Geschaffenen zu fassen sei. Damit'kann auf Alfarabi hingewiesen sein. ״Wie weit dieser auf den Verf. des i'ons vitae eingewirkt haben könnte, hat, so gut es nach den bisher vorliegenden Quellen möglich ist, Munk untersucht." ״Unberücksichtigt blieb dagegen bei Munk das Zusammentreffen der schriftstellerischen Thätigkeit Gabirol's mit der ersten abendländischen Publication eines der merkwürdigsten Producte musli- Mischer Speculation. . . Wir meinen: die aus 51 Abhandlungen bestehende Enchklopädie, welche sich Resail ichwan ^afa ״Ab- Handlungen der aufrichtigen oder lauteren Brüder" nennt." Sie sind das Werk einer Gesellschaft, die sich gegen das Ende des zehnten Jahrhunderts in Bazrah und Bagdad gebildet. ״Dem als Arzt und Philosoph bekannten Maslamah aus dem damals muslimischen Madrit, daher Mageriti genannt, wird gewöhnlich das Verdienst zugeschrieben, Andalusien mit den Arbeiten der lautern Brüder bekannt gemacht zu haben . . . Mageriti starb im Jahre 1004 . . . Dagegen sagt O^eibah, daß der berühmte Mathematiker und Arzt Abulhakim Dmar ibn Abd ur rahman al Karmani die Abhandlungen der lautern Brüder aus dem Orient nach Spanien gebracht habe." Nach O^eibah starb al-Karmani in Saragossa 1065, 90 Jahre alt — nach Gayangos-Makkari bei Flügel jedoch 70 Jahre alt; nach jenem war er also in Anbetracht der kürzeren

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