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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 122

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 122 (sequence 42)
Language
German
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122 IV. Gabirol. bekannt gewesen, das er als die Quelle betrachten konnte, so daß ihm dessen ״Lebensquell" blos als ein abgeleiteter Bach hätte erscheinen müssen. Der gleichzeitige jüdische Bekämpfer Gabirols, der in Spanien lebte, mit der dort geltenden arabischen Philosophie vertraut war, bestreitet dessen Annahmen gleichfalls ernstlich als die ihm angehörigen und läßt nirgends durchblicken, daß Gabirol eigentlich blos den Spuren Anderer folge. Auch der sehr vielseitig gebildete, in der Geschichte der Philosophie, soweit sie den Arabern bekannt geworden, sehr kundige Falaquera (Palkira), der um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts das Werk Gabirol's auszüglich in's Hebräische übertrug, scheint keine Ahnung davon zu haben, daß Gabirol unselbstständig gewesen; er würde nicht blos dann die Arbeit überhaupt unterlassen haben, er würde namentlich auch in andern seiner Werke, in welchen er vielfach die Ansichten verschiedener Philosophen, unter ihnen auch Gabirol's, anführt, auf deren Congruenz mit Vorgängern oder Zeitgenossen hinzuweisen nicht verfehlt haben. So bleibt denn die Frage über die philosophische Originalität Gabirols noch unentschieden; es ist daher erfreulich, daß uns wiederum ein neuer Versuch vorliegt, Gabirols Zusammenhang mit zeitgenössischen philosophischen Richtungen nachzuweisen, wobei blos zu bedauern ist, daß die Arbeit Joels ganz unberücksichtigt geblieben. In den ״Sitzungsberichten der königl. bayer. Akademie der Wissenschäften. Philosophisch-philologische Classe" (1866, II, 2. S. 73 —102) wird nämlich ein Vortrag des Hrn. Abt Haneberg mitgetheilt: ״lieber das Verhältniß von Jbn Gabirol zu der Euchklopädie der Jchwan utz tzafa." Dieses Verhältniß ist nicht das einer Anhängigkeit, kaum einer Entlehnung, höchstens der aus einer gemeinsamen Quelle. Jedoch hören wir Hrn. Haneberg selbst, dessen Mittheilungen jedenfalls unsere volle Aufmerksamkeit verdienen. ״Unter den arabischen Philosophen des mittelalterlichen Spaniens — so leitet Hr. H. dieselben ein — zeichnet sich vor Averroes durch Selbstständigkeit des Standpunktes, wie durch Abrundung seines Systems vor allen andern, soviel bis jetzt bekannt, derjenige am meisten aus,!welchen die lateinischen Scholastiker Avicebron nennen." Dann wird die Identität des Avicebron mit Gabirol constatirt, der Inhalt von dessen fons vitae skizzirt und hinzugefügt: ״Wie immer das Urtheil über die Bedeutung seines Systems ausfallen mag, ein mächtiges Ringen nach einer befriedi-

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