Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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107 5. Diebstahl der *קסךן■־. hat sich noch im Arabischen für r^3 III und IY die Bedeutung: schwören, d. h. Gott zur Betheuerung anrufen, erhalten. Im Samaritanischen finden wir das Wort Levit. 24, 16 zwei Male als Uebersetzung für וקב: gebraucht, das der Uebersetzer gleich den übrigen Alten dort in dem Sinne nimmt: den heiligen Gottesnamen, das Tetragrammaton, nach seinen Buchstaben, ohne Umwandlung in Adonai oder Ha-Schem, aussprechen. Dies bedeutet ihm Qvp, ganz wie אגה gleich!הגה, das er V. 11 im gleichen Sinne gebraucht (vgl. a. d. aa. OO.). Auch in unserer Stelle bezeichnet nun המקלל בקסם denjenigen, welcher einen Fluch ausstößt mit der vollen Aussprache des Tetragrammaton. Die Pharisäer hatten zwar gegenüber dem Vorzüge, welchen das Priesterthum sich anmaßte, daß ihnen allein die Aussprache dieses Namens bei den Priesterliehen Verrichtungen gestattet sei, während das übrige Volk nur anderer Namen oder der Andeutung Ha-Schem sich bedienen dürfe, die Berechtigung in Anspruch genommen, selbst im gewöhnlichen Verkehre bei dem Gruße den Namen auszusprechen (vgl. Urschrift S. 262 ff. und Ozar nechmad III S. 117 ff.) Allein um so sorgsamer wachten sie darüber, daß kein Mißbrauch mit diesem heiligen Namen getrieben werde, und ein Fluch, der seine kräftige Wirkung durch ihn erhalten sollte, forderte den rasch entflammenden Zorn der Eiferer heraus?) Durchaus unklar aber ist der Fall, welchen die Mischnah und noch dazu an erster Stelle hervorhebt: הגונב את הקסוה. Die Gemara begnügt sich seltsamer Weise mit einer einfachen Worterklärung durch Verweisung auf das biblische niwp. oder קסיות. Wieso aber der einfache Diebstahl einer Trinkschale, und sei diese auch eines der Tempelgeräthe, den allgemeinen Unwillen in solchem Grade erregen konnte, dafür finden wir gar keine Erklärung. War es Diebstahl eines heiligen Tempelgeräthes, welcher eine so tiefe Indignation gegen den Verbrecher veranlaßte, warum wird gerade von der Schale gesprochen und nicht der allgemeinere Ausdruck כלי בולת gewählt? Gegen ein solches Vergreifen am Tempeleigenthume sollte man auch weit eher als das Aufflammen der Volksleidenschaft die rächende Vergelt!:ng durch die zunächst verletzte Prie- 1) Herr I)r. Kohn in seinen ״Beiträgen zur samarit. Pematench-Uebersetzuug und Le;׳icographie" (Frankel'S Monarsschrift 1867 S. 180 f.) hat meine früheren Erörterungen übersehen.