Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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106 II Biblische und thalmudische Miscellen. der das ungefähr Richtige giebt, ist wieder der Syrer. Er übersetzt es mit ן^?ג״ן, Untergang. .הגונב את הקסוה .5 Nachdem die Mischnah die vom Gerichte zu vollziehenden Strafen behandelt hat, fügt sie Sanhedrin 9, 6 noch einige Fälle hinzu, in denen sich die Volksjustiz der Verbrecher zu bemächtigen pflegte. So spricht sie von drei Vergehungen, welche die Eiferer, die Zeloten, an dem, welcher sie beging, ahndeten, d. h. ihn äugenblicklich niederstießen, קכאץ פוגעי־ן־ בו. Klar ist das am Letzten darunter genannte Vergehen und auch leicht ersichtlich, daß es die aufwallende Entrüstung der Männer erregen mußte,, welche die nationale Selbstständigkeit zu fanatischer Leidenschaftlichkeit entflammt hatte: הבועל ארבלית. Der geschlechtliche Umgang mit einer ״Aramäerin," einer Heidin, galt als Abfall von nationaler Reinheit, man setzte dieses Verbrechen sogar an die Stelle des biblisch so hart verpönten Molochdienstes, es war wie wenn man die aus solchem Umgänge zu erwartenden Kinder von vorn herein dem Götzendienste weihte (vgl. Urschr. S. 303 f.), es mußte den tiefsten Unwillen der Eiferer erwecken, und sie hielten sich umsomehr für berechtigt, ohne viele processualische Form einzuschreiten, als sie darin an Pinchas ein Vorbild fanden, wenn auch eine Baraitha meint, daß die pharisäischen Gelehrten keineswegs mit solchem Verfahren einverstanden gewesen (vgl. das. S. 126). Schwieriger schon ist das andere dort genannte Vergehen, und sind auch die Gemaren darüber unklar. Was ist הבלקלל בקוסם oder בקסם, wie Jeruschalmi liest? Wir haben es (wie in Ozar nechmad III S. 118 und Ztschr. der DmG.Bd. X. S. 413 f. kurzerörtert ist), Wohl hier mit einem der Worte zu thun, welche ursprünglich im Semitismus — gleichwie כעזף, das noch im Syrischen als ein religiöser Ausdruck gilt und ähnliche — im Sinne der Gottesverehrung gebraucht worden, dann aber im Hebraismus, weil die Worte eben bei den heidnischen Nachbarn üblich waren, den Übeln Sinn des Götzendienerischen angenommen haben, קסם, das in der Bibel götzendienerische Zauberkünste treiben bedeutet und ebenso im Syrischen als erscheint, hieß offenbar ursprünglich: den Gottesnamen aussprechen, mit seiner Hülfe und in seinem Aufträge weissagen. Davon