Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Heilige Schriften. 101 in welcher Sprache es sei (auch die griechischen Apokryphen) verlangen sie Vergrabung (um sie vor Mißbrauch zu bewahren). Warum aber liest man nicht in ihnen (wenn sie Achtung verdienen)? Wegen der Störung des Lehrhauses (, weil das Studium der ernstere Hingebung verdienenden Bücher dadurch versäumt werden könnte)." — Die Baraitha nun, wie wir sie in der Thoßeftha (c. 14) lesen, mag Wohl noch nach derselben Auffassung sprechen, wenn sie zur Mischnah hinzufügt.אעכ< שאבלרו אין קורין בכתבי הקדש אבל שונין ׳ (ist zu streichen בדגן ודורשין בהן ,ראם צריך לר דבר לבדוק (אבל בוטל ובודק ,לוהבליה אובל' בלפני בלדת אבלרו אין קולין בכתבי הקודש ,בלפני שטלי הדיוטות ,שיאבללו בכתבי הקדש אין קולין קו בשטרי הדיוטות. Das kann heißen: ״Obgleich vorgeschrieben ist, daß man in (einigen) heiligen Schriften (also den Apokryphen) nicht lesen solle, so mag man sie doch zum Studium verwenden, und wenn man eine Untersuchung anzustellen hat, so kann man auch sie zur Hülfe nehmen. Nehemia sagt: warum ist denn die Vorschrift, in (einigen) heiligen Schriften nicht Zu lesen? wegen der gemeinen Schriftstücke, damit das Publikum daraus die Lehre ziehe: wenn man in heiligen Schriften nicht lesen soll, wie viel weniger in gemeinen Documenten." Diese Erklärung widerspricht keineswegs dem inneren Zusammenhange und der natürlichen Bedeutung der Worte, wenn sie auch nicht so gesichert ist wie die der Mischnahworte. Diese und Wohl auch die der Thoßeftha werden von den Gemaren vollständig mißverstanden. Auf ihrem Standpunkte, der den vollständig abgeschlossenen Kanon vor Augen hat, hießen die abgewiesenen Schriften nicht mehr ״heilige," von ihnen kann also in der Mischnah gar nicht die Rede sein, sondern blos von den kanonischen Schriften. Was heißt nun aber: ״sei es daß man nicht in ihnen lese?" Da ist die Gemare unsicher; sie deutet es entweder, wenn die Exemplare fehlerhaft sind, also auch solche von Thorah und Propheten, oder sie nimmt an, das gelte von allen Schriften in fremder liebersetzung — auch das Thargum nicht ausgenommen? —, oder auch es sei blos von Hagiographen und zwar nur am Sabbathe die Rede, wo man in diesen Büchern nicht lesen solle, um von den Lehrvorträgen nicht abgehalten zu werden, oder, nach Nehemia, damit man daraus die Lehre Ziehe, daß man umso weniger mit ״gemeinen Schriftstücken," d. h. mit Rechnungen und andern geschäftlichen schriftlichen Documenten, die als Werktagsgeschäft am Sabbathe verboten seien, sich befasse. Das Ganze wird dadurch in