Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2420997-2420998--1366-2422449- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Joseph ha-Khohen. 79 seine Frau ihm am Rüsttage des Peßach gestorben sei, er sich nicht mit ihrer Leiche habe befassen wollen, um sich nicht zu verunreinigen und nicht an der Mitfeier des Peßachfestes gehindert zu sein; die pharisäischen Gelehrten aber drängten ihn dazu Wider seinen Willen. Mit diesem Berichte setzt nun sehr richtig Derenb. die andere Mittheilung (Challah 4, 11) in Verbindung, daß Josef.ha- Khohen im Jjar nach Jerusalem mit Kindern und Hausgenossen gezogen, um dort ein Ersatz - Peßach zu feiern, man ihn aber habe wieder umkehren heißen. Man begreift eigentlich nicht, aus welchem Grunde man ihn zurückgewiesen, da er doch ganz gesetzlich gehanbeit; die Ursache, welche die Mischnah angiebt ״damit die Sache nicht als verpflichtend festgestellt werde" (שלא יקבע זרדבר חובד), reicht auch nicht aus, da ja in der Thal das Gesetz vorschreibt, daß der durch Unreinheit an der Mitbegehung der rechtzeitigen Peßachfeier Verhinderte dieselbe im zweiten Monate abhalte, die Sache also wirklich als verpflichtend festgestellt ist. Die jerus. Gemara legt deßhalb den Accent auf den Umstand, daß er seine Kinder, und zwar seine unmündigen, mitgenommen habe, Kinder aber seien ebensowenig wie Frauen zur Feier eines Ersatzpeßach verpflichtet. So faßt auch offenbar bereits die Thoßeftha die Sache auf, wenn sie (Peßachim c. 8) die Geschichte so erzählt, Joseph habe seine Tochter (בתו) mitgenommen zur Feier des Ersatzpeßach und man habe diese zurückgehn geheißen (וזעחזילרד)*), damit die Sache nicht als pflichtgemäß festgestellt werde, und stellt sie diesen Bericht der Behauptung eines Lehrers gegenüber, Frauen feierten das Ersatzpeßach gar nicht, indem daraus hervorgehe, das es zwar nicht als nothwendig betrachtet werden solle, ihnen Wohl aber gestattet sei. Jedoch eben die Bedenklichkeit, mit der man in diesem Falle zu Werke gieng, beweist, daß hier von beiden Seiten eine Demonstration in Scene gesetzt wurde, was die jerus. Gemara auch Wohl mit den Worten ausdrückt: שהיה הידבר בלסויים, die Sache war eine planmäßig beabsichtigte. Wenn Joseph nämlich sich der Verunreinigung enthalten wollte, um an der Peßachfeier nicht gestört zu sein: so wollte er vollständig der Halachah entsprechen, die *) In ecl Sabionetta heißt es: בך בתו, was offenbar falsch ist, da nachher חתהזילודל (nicht irr) steht und das Ganze dort blos von Frauen handelt. Noch gewaltsamer corrigirt, nach feiner Weise, um Uebereinstimmung mit der Misch nah herzustellen, Eliah Wilna: ב2י ביתו, während er das dann ganz unpassende Femininalsussi; zu emendiren unterläßt.