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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 1 (1867) · p. Seite 60

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
1 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 60 (sequence 61)
Language
German
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60 Reeensionen. angemessenen Gestaltung des Ausdruckes לכינוי ולתקון דגלפוון. Noch unzweideutiger drückt er sich zu den Worten: Abraham stand noch immer vor Gott, 1 Mos. 18, 22. aus; es müsse dort eigentlich heißen: Gott stand noch immer vor Abraham, allein es sei dieß ein ״Thikkun Soferim", indem unsere Lehrer es umgewandelt, um so zu schreiben *שהופכוז־נו ר״זל לכתוב כן. Die alte Anschauung, wie sie auch die Midaschim und die Massorah repräsen- Liren, nahm an diesen Aenderungen, wenn sie zur Ehre Gottes geschahen, durchaus keinen Anstoß, und dieser gesunden naiven Richtung gehört auch Raschi an. Erst die spätere von der Blässe des Gedankens angekränkelte Orthodoxie ward bedenklich gegenüber solchen Zugeständnissen und suchte sie um jeden Preis zu beseitigen. Die Kunst der Umdeutung sollte auch hier helfen. Nicht die ״Soferim", sondern die ursprünglichen Schriftsteller sollten schon aus Ehrfurcht ihren eignen Ausdruck anders gewählt haben. Für einen jeden Unbefangenen ist diese Ausflucht eine ganz unsinnige. Der Schriftsteller hätte das Verlangen, einen unehrerbietigen Ausdruck gegen Gott zu vermeiden, auf weit geschicktere Weise ausführen können, nicht mit solch künstlichem Nothbehelf, wo durch kleine Um- Wandlungen der Sinn seiner Worte ganz entstellt wird; nur Spätere, die einen Anstoß beseitigen und mehr das Wort als den Sinn der Stelle bewahren wollen, machen solche Aenderungen. Unter ״Soferim" die ursprünglichen Schriftsteller und unter ״Thikkun" die freiwillige Wahl eines andern Ausdrucks zu verstehn, das wird nur dem dogmatischen Zwange möglich. Aber auch diesem war es nicht möglich, die zuletzt angeführten Worte Raschi's, ״welche unsere Lehrer umgewandelt, um so zu schreiben" in ihr System zu schmieden. Sie machten es daher kürzer; sie streichen diese Worte aus dem Commentare. Daher stnden sie sich in vielen Handschriften nicht, und Hr. B. bemerkt sowohl zur Stelle wie schon in der Einl. S. XI mit großer Freude, diese Worte stnden sich — unter den von ihm verglichenen Handschriften — nur in einem Münchener Codex — der aber gerade einer der ältesten ist, nämlich aus dem I. 1233 —, sie seien sicher ein späterer Zusatz, der dann in den Eomm. eingedrungen sei, ״niemals aber sei es Raschi in den Sinn gekommen, solche Worte aus seinem reinen Munde zu bringen." Mein Mspt. vom I. 1488—9 hat jedoch gleichfalls die Worte, wie sie denn fast in allen Drucken auch sind, nur daß sich auch in ihm der Versuch sie unverfänglicher zu machen,

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