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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 1 (1867) · p. Seite 59

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
1 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 59 (sequence 60)
Language
German
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Berliner: Raschi. 59 Worte, die er zur Gemarastelle erklärend hinzufügt: בלכלל דפעמיס אחרי' שבלש ולא עלו בדעתו. Freilich erregte später der Ausspruch, der gerade durch die Aufnahme in Raschi's Commentar noch allgemeiner bekannt wurde, ärgerliches Aufsehn. Die Christen spotteten darüber, wie schon Lipmann aus Mühlhausen (Nizachon Nr. 9) berichtet, und dieser glaubte den Sinn dahin umdeuten zu dürfen, daß nicht von dem wirklichen sinnlichen Acte fleischlicher Ver- Mischung mit den Thieren die Rede sei, die dem Adam keine Befriedigung gewährt hcche, sondern von dem Nachdenken über Natur und Wesen der Thiere, die er für sich nicht zur ehelichen Verbindüng geeignet erkannt habe. Diese Deutung legt auch Reuchlin seinem Jochai zur Vertheidigung in den Mund (66 arte Cabb.), und eine ähnliche Glosse ist sogar an den Rand unsrer Thalmudäusgaben gesetzt worden. Wenn Hr. Berl. (S. 6 Anm. 19) diesen Vorgängern folgt und dieselbe Umdeutung versucht, so hat er seine Aufgabe, uns Raschi nach seinem wahren Sinne vorzusühren, verlassen und ist dafür ein künstlicher Apologet der thalmudischen Hagadah geworden. Seinem sonstigen Verfahren getreu, hätte er vielmehr Raschi's Worte aus dem Comm. zur Thalmudstelle beibringen müssen. Ebenso nimmt Raschi zu 5 Mos. 4, 32 die Stelle aus Sanhedrin 38 V auf, Adam habe Anfangs von der Erde bis zum Himmel gereicht, was der Ausdehnung von dem einem Ende der Erde bis zum andern entspreche, und zur Gemara sagt Raschi ausdrücklich, es sei hier von Adams wirklicher Länge die Rede. Meir Ha-Levi erklärt diese Angabe freilich für eine Hyperbel, und Simon ben Zemach Duran will in ihr nicht den Umfang seiner Körpergestalt, sondern den Inhalt seiner Erkenntniß ausgedrückt wissen. Wenn nun Hr. B. (S. 312 Anm. 8) des Letzteren Worte umständlich mittheilt, so verfährt er durchaus nicht in Raschi's Sinne. — Ebenso glaubt Hr. B. umgekehrt Raschi's ״Rechtgläubigkeit" in Schutz nehmen zu müssen, die jedoch der neuen künstlichen morschen Pallisaden nicht bedürfte. Raschi führt bekanntlich an mehreren Stellen die ״Thikkune Soferim" an, und man sieht sehr deutlich, daß ihm spätere verhüllende Umdeutungen ganz fern lagen, er verstand darunter nach seinem gesunden natürlichen Sinne: Aenderungen, welche die späteren Schriftgelehrten in einzelnen Bibelstellen vorgenommen, weil die ursprüngliche Lesart verletzend gegen Gott gelautet habe. So sägt er zu 4 Mos. 11, 15., das dortige בדעתי׳ sei eine von den ״Thikkune Soferim" zur Umschreibung und zur

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