Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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40 V. Schauer, nieder und aß. Hier schlief er ein und gleich darauf Zog sich ein Felsen um ihn herum, unter welchem er 70 Jahre ungesehen in den Armen des Schlafes ruhte. Nachdem er wieder erwacht war, sah er einen Mann Früchte pflücken von demselben Baume, der vor seinem Einschlafen gepflanzt worden war, und fragte diesen Mann, der ihm auch ganz unbekannt war, wer diesen Baum gepflanzt habe, worauf dieser seinen Großvater als den Pflanzer angab. Da sagte Chone, ich habe gewiß siebenzig Jahre geschlafen. .Jetzt ging er in sein Haus und fragte nach seinem Sohne, bekam aber die Antwort, dieser lebe nicht mehr, dessen Sohn sei nur noch da. Er gab sich nun Zu erkennen als Chone Hamagel, fand aber keinen Glauben und begab sich in das Beth hamidrasch. Hier ging es ihm auch nicht besser; er hörte Wohl seinen Namen nennen, man wollte ihm aber nicht glauben, daß er Chone Ham. sei und behandelte ihn mit Geringschätzung. Dadurch wurde ihm das Leben zuwider und er sehnte sich nach dem Tode, der ihn auch bald erreichte. Mit Bezug auf das letzte Schicksal Chone's führt der Talmud das bedeutende Sprichwort an: ״Entweder Gesellschaft oder der Tod". Die Märtyrergeschichte (mitgetheilt von Gibbon vecline and Fall etc. chap. 33) erzählt: Zur Zeit des Decius, der die Christen unaufhörlich verfolgte, verbargen sich sieben, edlen Familien aus Ephesus angehörige Männer, die sich zum Christenthume bekannten, in einer geräumigen Höhle, die sich in einem der Stadt nahegelegenen Berge befand. Decius hievon unterrichtet, befahl, daß man den Ausgang der Höhle mit einem Haufen großer Steine verlege und die Flüchtlinge auf diese Weise umkommen lasse. Nachdem der Befehl ausgeführt worden war, fielen die Sieben in einen Schlaf, der, ohne ihre Lebenskräfte zu vernichten oder auch nur zu vermindern, 187 Jahre bis in die Regierungszeit des Theodosius dauerte. Am Ende dieser Zeit räumten die Sklaven des Adolius, dermaligen Besitzers des Berges, die Steine weg, indem fie dieselben zur Aufführung von einigen Landhäusern verwenden wollten. Die Strahlen der Sonne drangen jetzt in die wieder offene Höhle und weckten die 7 Schläfer, die nach ihrem Erwachen glaubten, sie hätten nur einige Stunden geschlafen, und fürs erste starken Hunger fühlten. Um diesen zu stillen, beschlossen sie, daß einer von ihnen sich heimlich in die Stadt begebe und Bxod kaufe. Die Umgebung der Stadt hatte aber so sehr während dieses langen