Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Sage vom Langen Schlaf. 39 finde ich z. B. unter den Firkowitsch'schen Hss. folgende zwei hierher gehörige (auch sonst bekannte. G.): N. 449: Ein tägliches Morgengebet des Aristoteles, sein Brief an Alexander, Alexanders Sittensprüche, dessen Schreiben an seine Mutter während der Krankheit, an der er starb, die Worte seiner Mutter, als sie seine Trostworte gelesen. N. 450. Erzählung von dem Tode Alexanders, wie man den Sarg zu seiner Mutter getragen und was sie gesprochen, die Versammlung der Philosophen vor dem Sarge, wie sie ihn darin auf ihren Schultern nach No Ammon getragen unter großen Ehrenbezeigungen in das Gemach seiner Erzeugerin und die Trostreden der Philosophen. V. Wandernde Sagen. Von Land. Jos. Schauer. 1. Die Sage vom langen Schlaf. Die Legende von dem langen Schlafe tritt uns in den Religionsschriften dreier Confessionen entgegen: in Talmud, in der christlichen Märthrergeschichte und im Koran. Ueberall'(ha1 sie eine andere Form und, wie wir bald sehen werden, auch eine andere Tendenz. Der Talmud (Tr. Taanith f. 23 9.) erzählt diese Legende folgendermaßen: Chone Hamagel habe sich, so oft er an die Stelle Psalm 126 v. 1 kam, gewundert und ausgerufen: schläft denn Jemand siebenzig Jahre träumend? Eines Tages, als er sich auf einer Reise befand, sah er einen Mann, der damit beschäftigt war einen Johannisbrodbaum Zu Pflanzen, da sagte er zu dem Pflanzer: es ist bekannt, daß ein solcher Banm erst nach 70 Jahren Früchte trägt, nun weißt du auch, daß du noch 70 Jahre lebest? Darauf erwiderte dieser: ״ich habe Johannisbrodbäume vorgefunden, und so wie meine Vorfahren für mich gepflanzt haben, will ich für meine Nachkommen Pflanzen." Nach diesem Gespräche setzte sich Chone in der Nähe des Baumes