Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Luther und die Juden. 27 auf den Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg einen, wie es scheint, bedeutenden und zwar nicht sehr günstigen Einfluß ausübten. Im I. 1544 schreibt er an einen Freund: Judaei percliti regnant apud Marchionem propter pecuniam. Recipiuntur etiam Pragae a Ferdinando eadem causa, (vgl. Grätz IX, 329.) Er täuscht sich nicht über ihre Wichtigkeit und beklagt dies bitter: Hie fructus est centaurorum, quos credo Ultimos esclesiae hostes fore simul nocentissimos, qui ipsa sunt avaritia avariores et insaturabiliores; inferno ipso"; und darum wünscht er ihre gänzliche Vertilgung durch den bald erscheinenden Christus (V, 628 f.). Auch an den Kurfürsten selbst wandte er sich im folgenden Jahre. Er wünscht ihm und seinen Söhnen festen Glauben, davon sie sich nicht durch der Juden Tücke abwendig lassen möchten, freut sich über den Propst, der so heftig auf die Juden ist, und schreibt sich in Bezug aus diese Gesinnung nicht wenig eigenes Verdienst zu. Er warnt den Kurf, vor der ״Alchymeh", die die Juden treiben und wegen derer der Kurf, sich ihnen zuneigte und schließt: ״Summa, Ew. Kur-Fürstliche Gnaden halten mich nicht für einen Feind. Aber ich kann das nicht glauben, daß E. K. F. G. glauben kann, nämlich daß E. K. F. G. mit Treue meinen und die Alchhmisten gewißlich mit E. K. F. G. spielen, daß sie alles und E. K. F. G. das Nichte gewinnen." (V, 725.) Andere wichtige Verhältnisse beziehen sich auf die Juden im Mansfeldischen, die sich aus seinem letzten Lebensjahre in Briefen an seine Frau von einer Reise nach Eisleben ergeben. In der Nähe von Eisleben erkältete er sich, theilt dies seiner Ketha in scherzhaftem Tone mit und fügt hinzu: ״Aber wenn Du wärest da gewesen, so hättest Du gesagt, es wäre der Juden oder ihres Gottes Schuld gewest. Dann wir mußten durch ein Dorf hart für Eisleben, da viele Juden inne wohnten, vielleicht haben sie mich so hart angeblasen. So sind hier in der Stadt Eisleben itzt über 50 Juden wohnhaftig. Wenn die Hauptsachen geschlichtet find (wir können sie hier, als hier nur nebensächlich übergehn) so muß ich mich dran legen die Juden zu vertreiben. Graf Albrecht (von Mansfeld) ist ihnen feind und hat sie schon preisgegeben . . . . wills Gott, ich will auf der Kanzel Graf Albrecht helfen und sie au ch p r eis geben". (V, 785.) Aber die Sache scheint nicht so leicht gegangen zu sein, denn die Gräfin Mansfeld