Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Juden in Regensburg. 23 gassen die obgemeldt gemacht Ordnung, nachdem sie haben, mit uns einig seyn worden (816!) und verwilligt Ordnung zu machen auf ihre Einigung, haben wir von gem. Jüd. die Ordnung gemacht und Habens genommen auf uns, auf unsers Herrgotts Gewissen und auf gem. Jüd. Gewissen on alle List und on alle Gevärde, auch niemand fürzutragen mit Gunst, sondern stetiglich zu halten zu handhaben die Ordnung, daß sie gehalten sollen werden/' u. s. w. Der Schulklopfer (bei dem nicht recht klar wird, ob er die oberste richterliche Behörde, wie Gemeiner ihn auffaßt, oder die untere Exekutivgewalt ist, wie es mir wahrscheinlicher vorkommt) soll nun das Recht ausführen. Drei Fälle werden ausdrücklich hervorgehoben. 1. Wer einem Juden drohte kommt in den Bann; nur Buße während drei Tage befreit ihn davon. Büßt er nicht, so ergeht es ihm noch schlimmer ״nach Gutdünken der Sach." Wer ״an dem Bann fälscht", soll gleich dem wirklich Gebannten sein. 2. Wer einen I. mit einer Waffe angreift, ohne ihn zu verletzen, soll untauglich sein zu Zeugniß und Eid, der Schulklopfer ״soll ihn heißen ein Bösewicht, bis er kommt zu der gem. Jüd. und begehrt Buß". Thut er das nicht, so trifft ihn härtere Strafe. 3. Verletzt er ihn, so trifft ihn der Bann, wobei die schöne Bestimmung ״der geschlagen worden ist, soll nit Recht darüber sprechen". In die 2. Kategorie wird dann nachträglich noch der versetzt, der einen Juden verräth und nach nochmaliger Aufzählung des Gemeinderaths und einem Schluß, der an sthlistischer Kunst der Einleitung nichts nachgiebt, folgen die Unterschriften: A. Anschel und R. Davidt. 2. Luther und die Juden. Briefe und vertrauliche Aeußerungen großer Männer beleuchten deren Geist und Charakter mit Hellem Schein. Sie lassen uns schauen, wie ihre Werke aus dem Geiste geboren werden, wie deren Ideen sich allmählig entwickeln, festigen, kräftigen. In den Briefen Luthers sehen wir den großen Reformator aus dem befangenen Augustinermönche sich entpuppen, die großen Gedanken, die in der Zeit liegen, erfassen, mit ihrem Ergreifen zu größerer Kühnheit erheben, endlich zu der Stufe gelangen, auf die wir ihm so gern folgen. Diese Briefe geben auch wichtige Aeußerungen über die