Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I. Salomon Munk. 11 gewissenhaft verwendete und alle Vorzüge sonstiger Munkffcher Schriften theilt. Die größeren vorbereiteten Arbeiten über Maimonides und Gabirol konnten nicht veröffentlicht werden, nicht sowohl weil sie noch nicht die genügende Reise erlangt, als vielmehr weil es an einem hinreichenden Publicum und daher an einem Verleger für sie fehlte. Goldbarren sind kein Gegenstand des öffentlichen Verkehrs; erst in kleine Theile zerlegt, mit unedlem Metalle gelöthet und zu Münzen geprägt, gehn sie von Hand zu Hand. Bei aller Klarheit und Durchsichtigkeit der Darstellung wendeten sich Munk's Arbeiten ausschließlich an die Kenner, und das Fach, welches er behandelte, wird im Ganzen nur von einer geringen Anzahl gepflegt, und unter diesen sind nur Wenige, welche mit den geistigen Mitteln auch die irdischen verbinden, um sich kostspielige Werke anzuschaffen. Das war ein herber Verlust für die Wissenschaft, die Sachkenner lauschten mit banger Sehnsucht nach dem Erlösungsworte, das diese größeren Werke aus ihrer Haft befreien werde. Die Anerkennung Munk's litt nicht darunter; an den kleineren Ausschnitten ward seine große wissenschaftliche Kraft ermessen, und der Umfang der Belehrung, welche man von ihm erhielt, stand fast immer im umgekehrtem Verhältnisse zu dem Umfange der Schrift, in welcher sie dargeboten war: je kleiner diese, je größer jene. Aber der Wissenschaft blieb eine berechtigte Befriedigung entzogen. Da trat ein höchst bedauerliches Ereigniß ein, das ihm in Mitten seiner Laufbahn wie alle Lebensfreude so auch jede weitere wissenschaftliche Wirksamkeit entziehen zu wollen schien, aber gerade die Veröffentlichung seiner größeren Werke erleichterte. Jene Reise nach Aegypten, die er im Interesse der Humanität, in Liebe zu den Glaubensgenossen unternommen, legte den ersten Keim zu einem schmerzlichen Augenleiden, das die größte Schonung des schwachen Auges auferlegte, während seine Studien, die Durchforschung schwer zu entziffernder Manuscripte.. den ausgiebigsten Gebrauch derselben verlangten. Munk konnte sich nicht dem innern Berufe entziehen, die Ausbeute der Wissenschaft reich zu fördern, und seine schönsten Arbeiten fallen gerade in jene Periode der Leidenszeit, in die vierziger Jahre, wo der starke Geist dem schwachen Auge die ausreichende Stütze bot. Allmälig aber nahm das Leiden zu, das Licht des Auges ab, bis im I. 1851 völlige unheilbare Erblindung eintrat mitten in der Arbeit über die medicinische Schrift des Mai-