Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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10 I. Salomon Munk. lung über den berühmten Grammatiker Abulwalid. Diese Ab- Handlung bietet fast eine volle Geschichte der Sprachwissenschaft unter den arabischen Juden mit den interessantesten Aufschlüssen aus Handschriften, und hier werden auch zum ersten Male die arabischen Schriften der alten Karäer vorgeführt und benutzt. Nach Munk's Vorgänge wurden dann spater noch weiter reiche Materialien herbeigebracht und zur geschichtlichen Belehrung verwendet. Das Verdienst der Anleitung gehört ihm, und er bleibt ein Mustergiltiges Vorbild in seiner Behandlungsweise. Zu den großen Vorzügen nämlich in Munk's Arbeiten gehört — abgesehen von der Gründlichkeit und Reichhaltigkeit der Forschung und Faßlichkeit der Darstellung — die große Besonnenheit nicht blos in einzelnen Combinationen und Folgerungen, sondern auch in der ganzen Schätzung der von ihm gemachten Entdeckungen. Munk hatte nicht die Sucht wirklicher oder angeblicher Entdecker, die Bedeutung ihrer Entdeckung zu überschätzen, deren Einfluß höher anzuschlagen, als er sich wirklich erweist. Er ließ sich von den durch ihn neu aufgefundenen Documenten nicht so einnehmen, daß er sich leichtgläubig ihnen gefangen gegeben und ausschweifende Ergebnisse aus ihnen gezogen hätte. Munk ließ sich weder verblenden, noch wollte er die Geltung seiner Persönlichkeit dadurch erhöhen, daß er seinen Fund mit allem Nachdrucke hervorgehoben und dessen Bedeutung möglichst hinaufgeschraubt hätte. Seine Untersuchungen und Belehrungen traten ganz schlicht und anspruchlos auf, mit einer Sauberkeit der Darstellung, die alle künstlichen Mittel verschmähte, der Unerfahrene merkte gar nicht, daß hier völlig neue Forschungen dargeboten wurden, während der Kenner von dieser großartigen Einfachheit umsomehr überwältigt wurde. In seinen Folgerungen war er eher zu vorsichtig, als daß er kühn einen Schritt gewagt hätte, für den er nicht den vollen festen Boden unter seinen Füßen hatte. Bis dahin hatte Munk nur kleinere Arbeiten geliefert, die in Zeitschriften oder in Sammelwerken erschienen und nur durch Sonderabzüge auch in weitere betheiligte Kreise verbreitet wurden; außer den genannten Abhandlungen war nur eine größere Schrift von ihm:?aI68tiue, ä68eripti0n geographique, hfstorique et archeologique 1845 in das große durch Didot herausgegebene Sammelwerk njniver8 ausgenommen, eine Schrift, die gemäß ihrem Zwecke den gelehrten Apparat nur sehr mäßig darlegen durfte, aber ihn