Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 1 (1867) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
1 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 10 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2420973-2420997-2420998--1297-2422380
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

10 I. Salomon Munk. lung über den berühmten Grammatiker Abulwalid. Diese Ab- Handlung bietet fast eine volle Geschichte der Sprachwissenschaft unter den arabischen Juden mit den interessantesten Aufschlüssen aus Handschriften, und hier werden auch zum ersten Male die arabischen Schriften der alten Karäer vorgeführt und benutzt. Nach Munk's Vorgänge wurden dann spater noch weiter reiche Materialien herbeigebracht und zur geschichtlichen Belehrung verwendet. Das Verdienst der Anleitung gehört ihm, und er bleibt ein Mustergiltiges Vorbild in seiner Behandlungsweise. Zu den großen Vorzügen nämlich in Munk's Arbeiten gehört — abgesehen von der Gründlichkeit und Reichhaltigkeit der Forschung und Faßlichkeit der Darstellung — die große Besonnenheit nicht blos in einzelnen Combinationen und Folgerungen, sondern auch in der ganzen Schätzung der von ihm gemachten Entdeckungen. Munk hatte nicht die Sucht wirklicher oder angeblicher Entdecker, die Bedeutung ihrer Entdeckung zu überschätzen, deren Einfluß höher anzuschlagen, als er sich wirklich erweist. Er ließ sich von den durch ihn neu aufgefundenen Documenten nicht so einnehmen, daß er sich leichtgläubig ihnen gefangen gegeben und ausschweifende Ergebnisse aus ihnen gezogen hätte. Munk ließ sich weder verblenden, noch wollte er die Geltung seiner Persönlichkeit dadurch erhöhen, daß er seinen Fund mit allem Nachdrucke hervorgehoben und dessen Bedeutung möglichst hinaufgeschraubt hätte. Seine Untersuchungen und Belehrungen traten ganz schlicht und anspruchlos auf, mit einer Sauberkeit der Darstellung, die alle künstlichen Mittel verschmähte, der Unerfahrene merkte gar nicht, daß hier völlig neue Forschungen dargeboten wurden, während der Kenner von dieser großartigen Einfachheit umsomehr überwältigt wurde. In seinen Folgerungen war er eher zu vorsichtig, als daß er kühn einen Schritt gewagt hätte, für den er nicht den vollen festen Boden unter seinen Füßen hatte. Bis dahin hatte Munk nur kleinere Arbeiten geliefert, die in Zeitschriften oder in Sammelwerken erschienen und nur durch Sonderabzüge auch in weitere betheiligte Kreise verbreitet wurden; außer den genannten Abhandlungen war nur eine größere Schrift von ihm:?aI68tiue, ä68eripti0n geographique, hfstorique et archeologique 1845 in das große durch Didot herausgegebene Sammelwerk njniver8 ausgenommen, eine Schrift, die gemäß ihrem Zwecke den gelehrten Apparat nur sehr mäßig darlegen durfte, aber ihn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.