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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 1 (1867) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
1 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 6 (sequence 7)
Language
German
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6 I. Salomon Munk. Ritter in Güttingen aufgestellt hatte. Dieser nämlich hatte Avicebron sehr hoch gestellt, ihn als den einzigen selbstständigen Denker unter den Arabern bezeichnet, dennoch den mitarbeitenden Juden der damaligen Zeit jeden fruchtbaren Antrieb, jede Förderung in der Behandlung der philosophischen Probleme abgesprochen, ihnen lediglich das Verdienst der Vermittelung durch Uebersetzungen zuerkannt. Der Nachweis nun, daß der Jude Gabirol identisch ist mit dem Verfasser des fons vitae, kehrte diese Behauptung, wie Ritter dann auch ohne Scheu eingestand, fast in ihr Gegentheil um. Was er im ״Orient" mit kurzen Andeutungen belegt hatte, führte Munk in der ״Philosophie bei den Juden" weiter aus, und nachdem er später auch die lateinische Uebersetzung in Paris wieder aufgefunden, erschien in den N61anA68 das Buch vollständig nach der hebräischen Bearbeitung mit französischer Uebersetzung, ausführlichen erklärenden Anmerkungen und geschichtlichen Nachweisungen. Dieser Fund, der bedeutend für die Geschichte der Philosophie über- Haupt, insbesondere für die Theilnahme der Araber an der Philosophie und vorzugsweise für das wichtige Ferment, welches die Juden darin bilden, und für die richtige Würdigung Gabirol's, hat Munk allmälig vollständig dargelegt; er hat die Entdeckung zur Genüge verwerthet, wenn sie auch dann noch weiter ausgebeutet wurde*). Die kleine Schrift: die Philosophie bei den Juden, enthielt in ihrer übersichtlichen Zusammenfassung noch andere bedeutsame Resultate von Forschungen, die Munk theils bereits früher in Einzelschriften ausführlicher dargelegt hatte, theils später in ihrer weitern Begründung vorführte. So hatte er schon 1838 in einem Anhänge zur französischen Bibelübersetzung Cahen's eine sehr eingehende und anregende Abhandlung über die arabische Uebersetzung des Jesaias durch Saadias Gaon geliefert, die neben noch manchen andern interessanten Mittheilungen dem Studium über den Charakter der saadianischen Bibelübersetzung, deren Tendenz sowie die ganze Denkweise des Saadias erst die festen Anhaltspunkte gab. Ein Nachtrag dazu, welchen er im I. 1843 bei der (gleichfalls zu Cahen's Bibel) veranstalteten Ausgabe des Commentars von Thanchum Jeruschalmi zu Hababuk gab, schöpfte be- *) Vgl. in Kürze meine eben erscheinende Schrift: Gabirol und seine Dichtungen-

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