Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I. Salomon Munk. 5 hindurch beschäftigte und er mit Erfüllung dieser Aufgabe sein irdisch Tagewerk vollendete, behandelte er im Lauf der Zeit viele naheliegende Gegenstände, von denen einige vielleicht der Wissenschaft noch bleibenderen Gewinn brachten. Der Grundgedanke nämlich, welcher ihn bei der vorbereiteten neuen Ausgabe des ״Moreh" leitete, war festzustellen, welchen bedeutenden Beitrag die Juden des Mittelalters bei der Pflege und Verbreitung der philosophischen Studien geliefert haben. Diesen Nachweis faßte Munk in einer geschichtlichen Abhandlung zusammen, welche unter dem Titel: 1a?1111080x1116 61162 168 Juifs zuerst in dem Dictionnaire des Sciences philosopliiques erschien, dann mit sehr belehrenden geschichtlichen und bibliographischen Anmerkungen bereichert, in den Archives 18raelites (1848) wiederholt und zuletzt in die Melanges de philosophie juive et arabe (1859) S. 461—511 ausgenommen wurde. Wie alle Werke Munk's zeichnet sich auch diese kleine Schrift von reichem Inhalte durch die Vereinigung großer Vorzüge aus. Die ins Einzelnste eingehende philologische und bibliographische Gründlichkeit paart sich mit eindringendem historischem Sinn und Ueberblick sowie mit philosophischem Tiefblicke; die reiche Belehrung über mannichfaltige bisher unbekannte Thatsachen thut der Klarheit der leichtdahinfließenden Darstellung nicht allein keinen Eintrag, sie bildet vielmehr ihre solide Unterlage. Die folgenreichste Entdeckung, welche in den Zusammenhang dieser Schrift verwebt war, nachdem sie bereits früher von Munk kurz angedeutet worden und die dann später nach ihrer ganzen Bedeutung ausführlich dargelegt wurde, war die Aufsindung des philosophischen Werkes von Gabirol. Spur und Andenken desselben waren fast ganz vergessen, da wurde zuerst wieder der Name des Werkes ״Mekor Chajim" durch die Herausgabe des ״Moreh ha-Moreh" von Schemtob Falaquera genannt und die Aufmerksamkeit auf Gabirol den Philosophen gelenkt, der bis dahin nur als Dichter galt. Munk fand nun die abgekürzte hebräische Uebersetzung dieses von Gabirol arabisch geschriebenen Werkes durch den genannten Falaquera, aber er wies auch nach, daß der arabische Philosoph Avicebron, dessen im Buche 10118 vitae niedergelegtes System die Scholastiker so sehr beschäftigte, kein anderer als der Jude Gabirol war. Diese Entdeckung hatte Munk zuerst 1846 kurz im Literaturblatte zum Orient mitgetheilt. Sie galt zunächst zur Widerlegung einer Behauptung, welche Professor