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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 1 (1867) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
1 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 3 (sequence 4)
Language
German
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I. Salomon'Munk. 3 Halten an hergebrachten Meinungen viel von dem kaustischen Witze seines Correspondenten gefallen lassen*). Von den Männern, welche in unseren Tagen mitten inne in dem großen Gange der wissenschaftlichen Bewegung und voll ausgerüstet mit dem ganzen geistigen Waffenschmucke diesen Charakter scharf ausprägen, genügt es Michael Sachs zu nennen. Auch Salomon Munk hat diesen Typus nicht ganz verleugnet. Von den äußern Lebensereignissen Munkes ist mir nur soviel bekannt, wie ein Mitlebender erfährt, der, zwar in geringer persönlicher Berührung, sich für einen begabten und auf gleichem Gebiete thätigen Zeitgenofsen lebhaft interessirt. Frühzeitig schon entfaltete Munk seine schönen Anlagen, und genügend vorbereitet, besuchte er die Berliner Hochschule, wo er von den dortigen ausgezeichneten Lehrern in die griechische Literatur und Philosophie eingeweiht worden. Er soll besonders ein Lieblingsschüler Auttmanns ge- Wesen sein, und dieser, welcher sich seiner Mitwirkung zur Ordnung der königlichen Bibliothek bedient hatte, soll ihn der Staatsregierung empfohlen und auf seine Anstellung gedrungen haben; diese wurde abgelehnt und ihm eine geringfügige Remuneration verabreicht. Munk, in seinem Stolze tief gekränkt, ohnedies auch dem Studium der orientalischen, namentlich der semitischen Sprachen zugewandt, verließ Berlin und nach einem Aufenthalt in Bonn**), wo er bei Freytag fast ausschließlich dem Arabischen sich widmete, ging er vor dem Herbste 1829 nach Paris, um seine Studien vaselbst unter de Sach zu vollenden und — seinen Wohnsitz dort dauernd aufzuschlagen. So war der erste ernste Lebensschritt Munkes ein Protest gegen die Bornirtheit christlich-feudaler Staatsprincipien, die zum tiefen Bedauern jedes wahren Vaterlandsfreundes die volle Kräftigung der geistigen wie bürgerlichen Wohlfahrt Deutschlands hemmten und viele edle Kräfte entweder in das Ausland trieben oder zur Verkümmerung brachten. Vier Jahrzehnte sind verflossen, seitdem Munk an den auf- *) Am Ende der Ausgabe des ״Emunoth we-Deoth" (Berlin 1789) stattet Bensev seinen Dank dem M. E. aus Gr.-Gl. ab, der mit dem Buche und seinem Commentar bekannt geworden, ihn sehr zum Dmcke angeregt und ihn mit Rath und That darin unterstützt habe. Eine ansehnliche Reihe von Briefen D. Friedländers an M. E. besitze ich im Originale, und werde ich vielleicht später darüber nähere Mittheilung machen. **) Nach dem Magazin für die Lit. des Auslandes:in München? 1*

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