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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 1 (1867) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
1 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 2 (sequence 3)
Language
German
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journal issue
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2 I. Salomon Munk. Salomon Munk war am 29. April 1802*) in Groß-Glogau geboren. Die jüdische Gemeinde dieser seiner Vaterstadt war bis zur Zeit, daß die Uebersiedelung nach den größeren Städten den Juden erleichtert und von der ganzen Strömung ermuntert wurde, eine der Hauptgemeinden Schlesiens, und zwar diejenige, welche am Meisten von den deutschen Bewegungen angeregt war; die alte dort heimische jüdische Gelehrsamkeit vermählte sich mit der neuen Gedankenrichtung, wie sie von den Bestrebungen der Mendelssohn'schen Schule ausging. Diese neue Richtung hielt sich dort innerhalb der Erfrischung und Bereicherung des innern Geisteslebens; die energische Mitwirkung an der Umgestaltung auch des äußeren Lebens, die Umbildung der Zustände gemäß dem erweiterten Gesichtskreise blieb ihr fern. Sie begnügte sich an dem Genüsse ihrer Vielseitigkeit, mit der sie Altes und Neues friedlich neben einander walten ließ, und die Gemeinde prägte diesen ihren Charakter gleichmäßig ihren bevorzugten Geistern auf. Diesen unverwischlichen Typus der geistigen Einfriedung, welche die eingreifende Anforderung, das Resultat auf das Leben thätig zu übertragen, gerne abweisen möchte, tragen fast sämmtliche Männer, welche von dort her in weitern Kreisen bekannt geworden. Mehr der ältern Zeit und Richtung angehörend sind Männer wie Meier Eger, M. B. Friedenthal, R. Fürstenth al. Die beiden letzteren sind nach ihrer vielseitigen Bildung und Befähigung bekannt, aber ohne Unterlaß sind sie bemüht in die alten Bahnen zurückzuleiten, und entschieden abgeneigt in die neugeweckten Bestrebungen muthig einzugehn. Weniger bekannt und bedeutend ist der zuerst Genannte, er zieht aber unser Interesse auf sich als ein Mann, welcher der ersten Zeit der durch Mendelssohn angeregten Bewegung angehörte, sowie dadurch daß er in enger Beziehung zu den tonangebenden Männern der neueren Richtung gestanden. Ihn rühmt Bensev als seinen besonderen Gönner und Förderer für die neue Ausgabe des philosophischen Werkes Saadia's nebst Kommentar, er stand mit David Friedländer in regem brieflichen Verkehr, der zwar die Geschäftsverbindung znr Grundlage hatte, aber sichzugleich über alle Fragen der Wissenschaft erstreckte. Er mußte sich jedoch in seinem festen *) Dieses Datum stellt eine Correspondenz in der ״Gegenwart" nach dem Beschneidungsregister fest: 14. Jjar 5562.

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