Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus Briefen. 315 eine v. I. 1284, die andere v. I. 1273 herstammt; in letzterer Handschrift findet sich auch das Buch NM בלעורת zur Vertheidigung des Maimonides, das Werk ist also jedenfalls nicht später als gegen die Mitte des 13. Jahrh/verfaßt. — Cod. 19970, geschrieben 1489, enthält den Com. zum Pentateuch eines mir sonst nicht bekannten ״Mejuchaß ben Eliah." Add. 19971 ist eine Geschichte der Türkei von Eliah b. Elkanah Kapsali, verfaßt 1523, 438 Bl. in 4., in gereimter Prosa, von fol. 334—435 venetianische Geschichte. Sehr bemerkenswerth für die Geschichte überhaupt und namentlich für die inneren Zustände der Juden sind die größtentheils auf kleinen Pergamentstückchen geschriebenen Kaufverträge, die theils lateinisch und hebräisch, theils blos hebräisch abgefaßt sind und von denen einige aus dem 13. Jahrh. herrühren *). Ich gehe nun zur Bodlejana über. Obgleich diese Sammlung beschrieben ist und einzelne Mspte derselben näher untersucht worden, so hat man doch noch keinen rechten Begriff von den reichen Schätzen, die hier vergraben liegen. Ich will Einiges hervorheben, was ich mir gerade notirt habe, wobei ich jedoch bemerken muß, daß mir Steinschneiders großer Catalog augenblicklich nicht vorliegt. Cod. Uri N. 15 (Poe. N. 70) enthält Saadias' Uebersetzung des Buches נלמגלי nebst Comm. von ihm, eine schöne Handschrift etwa aus dem 13. Jahrh. Zuerst eine ausführliche Vorrede fvon der ich eine durchzogene Abschrift bei Steinschneider gesehen, G.j, dann immer Text und Uebersetzung einer Anzahl Verse, worauf ausführliche exegetische, moralische und philosophische Betrachtungen und Erklärungen folgen. In der Hdschr. selbst ist zwar nirgends bemerkt, daß das Werk von Saad. sei, aber auf dem letzten Vorderblatte ist dies von Steinschneider angemerkt, der gewiß seine genügenden Bweise dafür hat fvgl. denselben im Bodl. Catal. p. 2193 f.; mehrere Stellen daraus besitzt Dr. Schröter, und stimmen dieselben mit den Angaben Dunasch's überein. ©.] Nebenbei muß ich bemerken, daß St. die meisten Mspte. untersucht hat, und ein von ihm am Rande angebrachtes M. oder ein ‘ einfacher Strich mit Bleistift wird den künftigen Catalogisten manchen nützlichen Wink geben und die Arbeit erleichtern. Warum Uri den Pentateuchcom. unter N. 95 einem Isaak Gaon zuschreibt, weiß ich nicht; derselbe *) Die im Briefe hier folgenden Mittheilungen über arabisch-famaritanische Codices werde ich an einem andern Orte mittheilen. G.