Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus Briefen. 313 Freund findet Dies ״niederträchtig", und zwar weniger von dem Geistlichen als von dem Vater, daß er ״aus Furcht und Zaghaftigfeit oder gar aus Lässigkeit seine Kinder nicht daran gewöhne, offen ihren Glauben zu bekennen und sie darum theilnahmlos und mit Widerspruch in der Seele in eine Unterrichtsstunde versetze, die ihnen fremd bleiben soll." Ich denke, ein solch vornehmthuerischer Kaufmann, wie wir deren leider nicht wenige haben, wenn er Dies in Auerbach's Volkskalender liest, schämt sich weit mehr seiner Gesinnungslosigkeit als wenn er es von einer jüdischen Kanzel herab hört — der er sich übrigens auch fern hält; mich dünkt, er müsse ein Gefühl haben, als wenn alle Leser des Volkskalenders, die christlichen zumal, spöttisch auf ihn hindeuteten. Der kernhafte gesunde Sinn tritt eben überall in Auerbachs Darstellung hervor, und darum liegt auch in ihr eine Kräftigung für den Leser. 19. Oct. Uns Wriefen. Aus einem Briefe des Hrn. Prof. C h w o l s o n, Petersburg, 10. Oct. . . . Die wenigen Notizen, die ich mir auf meiner Reise gemacht habe, sind größtentheils nicht zur Belehrung Anderer geeignet; dessen ungeachtet glaube ich Ihnen Einiges mittheilen zu können, was nicht ganz ohne Interesse sein dürfte. Die hbr. Mspte des britischen Museum sind vorläufig dem größeren Publicum noch so gut wie ganz unbekannt, und so ist jede Notiz über dieselben nicht ganz ohne Werth, obgleich ich Nichts von besonders hervorragender Bedeutung gefunden habe. Die liturgischen Stücke habe ich freilich nicht angesehen. — Unter den Bibel- Handschriften ist eine vom I. 1071, zwei scheinen aus dem 12. Jahrh. herzustammen, alle übrigen gehören der späteren Zeit an. Auf einem leeren Blatte einer Handschr., die aus dem 12. Jahrh. zu stammen scheint, finden sich die Worte: כתיבת תבינו תם; wie viel Glauben dieser Bemerkung zu schenken ist, mag ich nicht entscheiden.