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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 4 (1866) · p. Seite 305

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
4 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 305 (sequence 9)
Language
German
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Stobbe: Die Juden in Deutschland während d. Mittelalters. 305 Deutschland steht in dieser Beziehung nicht niedriger als die übrigen christlichen Länder, aber auch nicht über ihnen u. s. w."; Er ist daher weit entfernt, die Marrotte zu billigen, mit der ein neuerer Schriftsteller eine Idylle sich ausmalt, in die ein einträchtiges Zusammenwirken mit der übrigen Bevölkerung die Juden hätte versetzen können. Wir haben diesen traurigen Jrrthum in dieser Zeitschrift (Bd. III S. 125 f.) bekämpft; mit der ruhigen Objektivität, welche seine ganze Darstellung charakterisirt, aber dennoch mit voller Entschiedenheit weist auch der Vrf. (S. 104 f.) dieses schiefe Urtheil zurück. ״... sagt: ״Von der Theilnahme am Staatsleben wurden sie entfernt, der Güterbesitz wurde ihnen versagt, der Landbau verleidet — sie hätten sich dafür an dem regen gewerblichen Leben -der Städte betheiligen sollen." Und weiter׳ meint er, daß wegen ihres Wuchers es ״um die brüderliche Anhänglichkeit der Mitbürger, die damals noch zu gewinnen war, um den unersetzbaren Zusammenhang mit Vaterland und Volk geschehen war." Lag es denn wirklich — entgegnet darauf der Vrf. — im freien Belieben der Juden, sich an dem regen gewerblichen Treiben der Städte zu betheiligen? Die ganze Ausbildung des gewerblichen Lebens und des Jnnungswesens schloß den Juden von jeder Theilnahme an Handwerk und Handel aus, und es blieb ihm keine andere Wahl, als von Schacher und Wucher zu leben; denn der mittelalterliche Staat ließ ihm keine anderen Erwerbsquellen. Und sind wir berechtigt zu glauben, daß es in den auf die Kreuzzüge folgenden Zeiten noch möglich war, ״die brüderliche Anhängkeit der Mitbürger" zu gewinnen? Weder einzelne Ereignisse, noch die allgemeinen Zustände jener Jahrhunderte rechtfertigen diese Annahme." Sich eng innerhalb der Zeitgränze der gesteckten Aufgabe haltend, schließt der Vrf. immer mit dem 16. Jahrhundert ab und verfolgt die Zustände und ihre Umwandlung nicht in die neue Zeit hinein. Aber er vermeidet es nicht auch freimüthig darauf hinzuweisen, wo die neuere Zeit *bie Sünden der Vergangenheit noch nicht getilgt hat. Seine geschichtliche Darstellung über den Judeneid leitet er S. 153 f. mit den Worten ein: ״Nach zwei Seiten hin hat sich nicht bloß das Mittelalter, sondern ebensosehr auch noch die neuere Zeit darin gefallen den Judeneid mit Raffinement auszubilden, einerseits was die Worte betrifft, die der Jude zu sprechen hat, andererseits in Rücksicht auf seine Kleidung und sein sonstiges Vierteljahresschrift. IV. 4. 20

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