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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 287

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 287 (sequence 127)
Language
German
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Aus Briefen. 287 und nach den verschiedensten Richtungen hin ist der Stein mit hebr. Schrift bedeckt, welche die Zehngebote darstellt. Merkwürdiger Weise theilt M. nicht die hebr. Inschrift mit, sondern blos eine Uebersetzung der Vorgefundenen hebr. Worte. In Gemäßheit derselben ist das erste Gebot vollständig wiedergegeben, in תחצאתיך stehe jedoch ein Daleth statt Wav. Vom zweiten Gebote sind nur die Worte nלא יד!י bis רכל und *לא תעיתחוד bis תעבדם gegeben; statt אלדזיה finde sich jedoch אלמה. Vom dritten Gebote ist die erste Hälfte — bis zum ersten לטווא — gegeben. In dem Stücke vom vierten Gebore, das nur bis מלאכתי reicht, fehlt im Worte לקדעגו das Kos und in מלאכתי steht Kos für Mem. Das fünfte Gebot schließt mit ";?אב, einige Buchstaben sind ausgelassen. Für das sechste Gebot steht 8 ,7 .לא תרעת und 9 sind richtig gegeben, auch das 10. Gebot ist vollständig, nur sei das zwei Male vorkommende תדובלד nicht gleichmäßig buchstabirt (worin die Ungleich- Mäßigkeit besteht, wird nicht mitgetheilt). Ein Theil von טורו steht am Ende einer Zeile, dennoch steht das ganze Wort dann auf der folgenden Zeile. — Die Schriftform hat manche Eigenthümlichkeiten. Die Finalbuchstaben כמבפץ haben am Schlüsse dieselbe Form wie in der Mitte.׳ Das Alef hat etwa folgende Form 71, das Mem ist dem samarit. Jod oder Zade (U7) ähnlich, das Lamed hat folgende Form J[, Wav und Jod sind gleich groß, Ain hat folgende Form @. Co seien, sagt M., vierzehn Buchstaben vorhanden, deren Form anders sei als die in der üblichen Quadratschrist. Hr. M. nun vermuthet, man habe hier alte Talismane oder vergrabene Therafim vor sich, deren Ursprung in der Zeit vor Esra und unter den Zehn Stämmen Zu suchen sei. Solche Steine seien vielleicht mit in die assyr. Gefangenschaft genommen, wären dann vielleicht Jahrhunderte lang als heilig und wunderthätig angesehen, dann durch einzelne der Exulanten, welche durch Asien über das Meer nach dem amerikanischen Continente gelangt seien, mitgebracht worden. Die Israeliten mögen dort nach und nach verwildert sein, verloren alle Traditionen, alle Kenntniß ihrer alten Schrift, mit einem der letzten Krieger habe man dann die Steine in das Grab gesenkt. Die übrigen phantasievollen Conjecturen des Hrn. M. zu verfolgen, wäre überflüssig. Eine Mystification liegt allerdings hier nicht vor; die Umstände sprechen dafür, daß man es hier mit ächten Alterthümern

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