Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Umschau. auch deren Sprache ein. Auch das Parsenthum ward einige Zeit von dem Aramaismus beherrscht, und so kamen in dessen!heilige Schriften und in die Pehlewi- Sprache aramäische Bestandtheile. Später aber wurde dieser aramäische Eindringling wieder beseitigt, einzelne Worte blieben, sie blieben aber früher wie auch den gegenwärtigen Gelehrten unv Priestern blos durch Tleberlieferung nach ihrer Ausspräche wie Bedeutung bekannt und werden im Lesen mit den geläufigen gleichbedeutenden persischen Wörtern vertauscht. Dies sagt eine belehrende Stelle im Fihrist des Al-Kifti aus, wie neuere Gelehrte, die im Lande leben, es bestätigen. Jene Stelle nun wird genauer, als es bisher geschehen, in einer lettre ä M. Mohl, sur un passage de Kitab 61 - Fihrist, relatif au Pehlevi et Huzvarech, par M. Oh. Ganneau erläutert, der einige Bemerkungen von N, Derenbourg angefügt sind. Dieser Brief mit seiner Nachschrift befindet sich im Journal asiatique und liegt mir in einem Sonderabzuge (20 S.) vor. Die eingehende und anziehende Erläuterung des Hn. Ganneau weist das Verhältniß klar nach, indem Elkifti belehrt, daß sie z. B. בסרא schreiben und כרעות, Fleisch, lesen, ebenso לד?פלא schreiben und כאן, Brod, lesen. Interessant ist die Form לד?מא, für die Spiegel wieder דחבלא hat mit Vertauschung der Liquida; eine andere Vertauschnng ist die nur in der baby- Ionischen Gemara vorkommende Form כהבלא, Brod, wo wiederum auch He für Cheth steht. — Derenburg verweist für dieses Verhältniß auf die biblischen Khethib, die anders gelesen werden (Keri), ohne daß Dies in den Handschriften angegeben ist, während es durch Ueberlieferung feststeht. Den Namen Huzwaresch, mit dem dieser Ueberrest des Aramaismus belegt wird und der bis jetzt keine genügende Erklärung gefunden, deutet D. als סודהי das ist syrisch. — Die Nachweise von dem Jneinandergreifen der verschiedenen Sprachfamilien, wie es geschichtlich bedingt ist, haben etwas sehr Ansprechendes. 5. Sept/ 11. Jefeth ben Ali. Dieser karäische Bibelerklärer aus der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts ist durch Aben Esra sehr bekannt, ohne daß unter uns früher irgend eine Spur von seinen Schriften sich auffinden läßt. Die neueste Zeit hat mannichfache Aufklärung über ihn verbreitet; als ein Gelehrter von großem Einflüsse verdient er jedenfalls Beachtung, wenn wir auch eigentlich, nun wir ihn