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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 3 (1866) · p. Seite 273

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
3 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 273 (sequence 113)
Language
German
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Umschau. 273 und seine Familie die kurze Erhebung aus seiner Niedrigkeit empor. Man denke sich nun, er sei der Ahn eines später in den Adel einged'rungenen Geschlechts gewesen, wie anders würde da die Geschichte ihn ausgestattet haben! Wie sein Verwandter Chananiah schon den Anlauf dazu nahm, würde man ihn verherrlicht, ihn zu einem ehrwürdigen Landmann umgestaltet haben, der in schlichter Biederkeit wie ein alter römischer Senator sein eigenes Anwesen bearbeitet und von da hochherzig zur Lenkung der vaterländischen Angelegenheiten überging! Die Baraitha hatte keine Rancün mehr gegen den plebejischen Hohenpriester, Chananjah ein Interesse daran ihn nicht als roh erscheinen zu lassen, und das wirkt auf ihre Darstellung wie umgekehrt die Parteirichtung auf die des Josephus. — Die zweite Zeitschrift, deren ich noch kurz gedenken will, ist gleichfalls ein Wochenblatt, aber in hebräischer Sprache: Kharmel mit einem literarischen Beiblatte: Scharon von S. I. Fi n n in Wilna, das auch schon im sechsten Jahre erscheint, zunächst russisch-jüdische Angelegenheiten bespricht — wie es denn auch, seiner Aufschrift nach, russische Beilagen enthält —, aber in seinem literarischen Theile, wie von dem auch sonst wohlbekannten Herausgeber zu erwarten, von gesunden wissenschaftlichen Ansichten geleitet wird. Seine früheren Jahrgänge sind vielfach mit Anerkennung genannt worden, mir aber nicht zu Gesichte gekommen; von dem sechsten an jedoch bewirkt die Hochherzigkeit des Hn. Günzburg, daß das Blatt an auswärtige Gelehrte gratis gelange. Das Verdienst zu unterstützen, ist selbst verdienstlich, löblichen Unternehmungen einen weitern Boden zu verschaffen, höchst löblich und achtungswerth. Wir freuen uns wahrhaft Anerkennung und Dank in solcher Weise ganz unverkümmert aussprechen zu können. 10. Mai. NS. In N. 11 des Scharon beginnen literarhistorische Analekten von Carmoly. Es wird hier zuerst über Isaak Alchadeb gehandelt und mehrerer theils nicht unter seinem Namen gedruckter Gedichte von ihm gedacht; Hr. Finn ergänzt in Anmerkungen den Bericht über ihn. Nachweis über ihn findet man jedoch bereits bei Wolf in der v. H. Th. 1 und 3 unter N. 1170, bei Zunz: zur Geschichte und Literatur S. 423, im Maggid VIII N. 34 S. 270 a und neuerdings im Kataloge der Pariser Bibliothek, wo sich sein Vierteljahres schrift. IV. 4. 18

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