Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 3 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 271 wie ,eine Erinnerung an vergangene glückliche Ereignisse anknüpfe, ohne aus ihnen eine Richtschnur für sein weiteres Verfahren zu machen, sei Dies kein verbotenes Vorahnen, sondern ein harmloses Zeichen (a. a. O. § 5). Auch hier tritt Abraham b. David entgegen, führt den Spruch auf seinen natürlichen Sinn zurück, und zwar daß ein solches Zeichen weniger Verläßlichkeit habe, dennoch — nach Raschi — Beachtung verdiene, wenn es sich drei Male bewährt habe. Auch hier geht merkwürdiger Weise Jakob ben Ascher in Maimonides' Fußtapfen, während Karo blos den Wortlaut des thalmudischen Spruches wiedergiebt, ohne eine Erklärung hinzuzufügen, hingegen Jsserles die natürliche Erklärung voraussetzt und die weitere Ausführung Raschi's aufnimmt. Diese inneren Kämpfe des Rabbinismus mit dem Thalmud unserer Zeit klar zu machen, nachzuweisen, wie trotz aller Erstarrung die späteren Lehrer, und zwar nicht blos die philosophisch gebildeten, ihre selbstständige Ueberzeugung nicht blindlings hingeopfert haben, ist ein sehr verdienstliches Werk; es dient ebenso zur Aufhellung der Geschichte wie zur Befestigung in der Erkenntniß, daß im Judenthum niemals die freie Entscheidung nach eigner Einsicht dem thalmudischen Buchstaben sich unterworfen hat. Daß Ben-Chananjah auf solche Betrachtung unermüdet hinlenkt, gibt dem Blatte einen dauernden Werth. Dieselbe Tendenz verfolgt nun ein Beiblatt, welches seit dem Beginn dieses Jahres der Herausgeber mit dem Ben-Chananjah verbindet, nämlich: Forschungen des wissenschaftlich-thalmudischen Vereins, von welchem bis jetzt vier Nummern erschienen sind. Ich mag nicht auf die einzelnen hier niedergelegten Studien eingehen. Solche Einzelnheiten sind natürlich von sehr verschiedenem Werthe. Manches ist unreif, Anderes längst bekannt — so findet sich z. B. die Bemerkung über בליסב אוכלד־ג בלפתין in Koheleth rabba schon in Zion II S. 151, also schon vor 25 Jahren —, aber auch wiederum Anderes recht anregend, und so weise ich namentlich hin auf Wiesner's thalmudisch-geographische Mittheilungen, wie auf Zipser's Zusammenstellung der Nachrichten über den von den Zeloten durch das Loos eingesetzten Hohenpriester Pinchas aus Aphtha bei Josephus (jüd. Krieg IV, 3,8, vgl. Alterthümer XX, 10 Ans.) und in Sifra Emor wie Thoßeftha Joma 6. 1. Parallelen dieser Art haben für uns einen großen Werth; sie geben uns die Gelegenheit, die Berichterstatter gegenseitig zu eontroliren, und wir Werden in den